Frauen und Mädchen auch die Zeit gegeben, zum Beispiel in die Schule zu gehen oder einer bezahlten Arbeit nachzukommen.
Mit diesen über 90 Millionen Euro hätte man aber auch zum Beispiel sehr erfolgreiche und tolle österreichische NGOs, wie Licht für die Welt, mehr unterstützen können, die unglaublich erfolgreich darin sind, mit sehr einfachen Kataraktoperationen Blinde wieder sehend zu machen, die unglaublich erfolgreich darin sind, Kindern mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, trotzdem in die Schule zu gehen, einen Beruf zu lernen, und auch Menschen mit Behinderungen wirklich die Chance zu geben, einen Beruf zu ergreifen und ein selbstständiges Leben zu führen.
Mit den fehlenden mehr als 90 Millionen Euro hätte man aber auch Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unterstützen können, man hätte vielmehr noch schauen können, dass sie passendes Saatgut haben, dass sie Hühner oder andere kleine Tiere bekommen, mit denen sie eine gescheite Wirtschaft aufbauen können, womit ein Dorf gemeinsam zum Beispiel mit einem Silo oder Getreidespeicher für Nahrungsmittelsicherheit vorsorgen kann.
Das sind lauter verpasste Chancen. Es ist fein, wie gesagt, dass es mehr an Geld gibt, all das, was ich jetzt erwähnt habe, ist eine wichtige Grundlage für Entwicklungszusammenarbeit, aber noch viel wichtiger ist die Entwicklungspolitik. Sie, Herr Minister, wissen sicher auch, dass es ein Bohren von sehr harten Brettern ist, alle seine Kolleginnen und Kollegen auch davon zu überzeugen, in allen Ressorts – von der Kultur über die Wirtschaft bis zur Wissenschaft – entwicklungspolitisch kohärente Arbeit zu machen. Wir hätten sogar die Kohärenz im Gesetz, also alle Voraussetzungen dafür sind gegeben, aber es braucht wirklich eine konzertierte Aktion, um entwicklungspolitisch kohärent nachhaltige Politik machen zu können. Ich hoffe, dass da irgendwann einmal etwas weitergeht. (Beifall bei der SPÖ.)
20.38
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Coronakrise wiederholen sich die Herausforderungen der Krisen, die vorangegangen sind: 9/11, die Terrorkrise 2001, 2008 die Finanzkrise, die uns sehr beschäftigt hat, und dann 2015 die Flüchtlingskrise, jetzt 2020 die Coronakrise – nicht die erste, aber sicherlich die Krise, die dramatischer und tiefergehend ist, als die vorangegangenen.
Warum sage ich das? – Weil am Beginn solcher Krisen immer der Ruf nach der eigenen Regierung zu vernehmen ist, dass sie etwas machen soll – die Regierungen sind gefordert. Im zweiten Schritt kommen aber verantwortungsvolle Politiker dann immer zu dem Ergebnis, dass wirkliche Lösungen, nachhaltige Lösungen nur möglich sind, wenn die Staatengemeinschaft gemeinsam vorgeht. Das gilt auch für eine Krise, die wir gleichzeitig haben, die aber jetzt nicht im Blickfeld ist: die Klimakrise. Auch in dieser Hinsicht kann der Nationalstaat allein nichts bewirken, aber gemeinsam können wir viel erreichen.
Da kommt dann auch Österreich stark ins Spiel: Wien ist einer der vier UNO-Sitze. Wien beheimatet mehr als 40 internationale Organisationen. 2018 ist vom Institut für Höhere Studien eine umfassende Amtssitzstudie erstellt worden, und die zeigt sehr deutlich, dass das auch ein ganz wichtiger Bereich für unsere Wirtschaft in der Bundeshauptstadt ist.
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