schweren Covid-Erkrankungen, die dort betreut werden müssen. Das ist im Vergleich zu den letzten 24 Stunden ein weiterer Zuwachs von 24. Das heißt, die Situation wird ernster und ernster und genau das, wovor wir seit Wochen warnen, nämlich dass diese starke Erhöhung der Neuinfektionszahlen zu einer massiven Problematik in den intensivmedizinischen Abteilungen führt, wird Schritt für Schritt Wirklichkeit.
Ich telefoniere – das ist keine Übertreibung – jeden Tag mit etlichen dieser ÄrztInnen und PflegerInnen. Einerseits kriegen wir das Reporting, wie die Auslastungssituation und auch die Einsatzmöglichkeit der PflegerInnen und ÄrztInnen aussehen, wie viele Erkrankungen wir in dem Bereich haben und wie groß die Ressourcen noch sind, jeden Tag in der Früh auf den Tisch, andererseits ist es natürlich viel, viel aufschlussreicher, wenn man mit einzelnen Abteilungsvorständen, zum Beispiel, mit Professoren, die in dem Bereich tätig sind, mit den Leuten, die vor Ort die Arbeit tun und sie großartig tun, direkt das Gespräch führt.
Es ist eine ganz besondere Belastungssituation, die gerade die MedizinerInnen und die PflegerInnen derzeit haben. Viele, viele haben Angst davor, dass sie in einigen Wochen vielleicht in die Situation kommen könnten, dass Triagen in den Spitälern notwendig werden. Diese Entscheidung zu treffen ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Mediziner, einer Medizinerin passieren kann, und wir alle – insbesondere auch die Betroffenen vor Ort – tun gemeinsam alles dafür, dass diese Situation nicht Wirklichkeit wird und es zu keinen Triagesituationen in den österreichischen Spitälern kommt.
Dazu arbeiten in den Spitälern alle solidarisch zusammen. Es ist ganz großartig, wie hier gehandelt wird. Wir haben jetzt noch einmal Flexibilisierungsmöglichkeiten, was an Ressourcen zusätzlich zu schaffen ist, Stichwort: Nützen der Aufwachräume für intensivmedizinische Betreuung und vieles andere mehr, geklärt, damit auch alle in einer rechtlichen Sicherheit sind, wenn sie bis an die Grenzen gehen. Ich glaube, dass wir alle miteinander diesen MedizinerInnen und diesen PflegerInnen ein ganz großes, deutliches Dankeschön für ihr Engagement übermitteln sollten. (Allgemeiner Beifall.)
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Was ich immer wieder höre, ist erstens, dass die Betroffenen in unserem Gesundheitssystem, die diese Tätigkeit durchzuführen haben, froh sind – auch wenn es uns allen wehtut, auch wenn es für alle Opfer sind, auch wenn es für alle Verzicht bedeutet, was wir in diesen 20 Tagen, heute ist der zweite Tag, erleben –, dass es damit eine Perspektive gibt, dass sich ihre Situation doch noch rechtzeitig entspannt. Deswegen meine Bitte an alle, die in diesem schönen Land leben, mit dem konsequenten Umsetzen der Kontaktverringerungen einen Beitrag zu leisten, denn nur so können wir die Neuinfektionszahlen tatsächlich verringern. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Was mir die Betroffenen auch sagen, ist, dass es niemand versteht, wenn wir uns in einer derartig akuten Krise gegenseitig kritisieren, teilweise beschimpfen und wenn Parteihickhack vorherrscht. Ich glaube, das ist wirklich der Tag, die Situation, die Lage, das sind die Wochen, in denen wir zusammenstehen, zusammenhalten und alles dafür tun müssen, dass wir gemeinsam gut durch diese schwere Krise kommen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Ich komme damit zur Beantwortung einiger Fragen und zur Stellungnahme zu einigen Punkten, die natürlich auch mit dieser Krise zu tun haben und die Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, hier thematisiert haben: Das eine war die Finanzierung unseres Gesundheitssystems. Es passt sehr, sehr gut zu dem vorhin Gesagten, denn wir in Österreich können echt stolz darauf sein, dass wir ein starkes Gesundheitssystem haben, davon profitieren wir jetzt unglaublich. Wir haben eine völlig andere Situation, wenn Sie die Intensivbettenkapazitäten ansehen und sie mit unseren Nachbarstaaten vergleichen, denn wir sind besser darauf vorbereitet.
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