Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 506

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zum Ziel, bis 2025 40% aller Schülerinnen und Schüler den Besuch einer ganztägigen Schule zu ermöglichen. Den Schülerinnen und Schülern soll eine qualitätsvolle schuli­sche Betreuung geboten werden und ein ganzjähriges, bedarfsorientiertes Angebot für die Erziehungsberechtigten darstellen und somit zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Unter der ÖVP/FPÖ Regierung wurde in einer Novelle zum Bildungsinvestitionsgesetz der Zeitraum von 2025 bis 2032 erstreckt und somit der Ausbau ganztägiger Schulformen entscheidend verlangsamt.

Die letzten Monate haben uns jedoch allen gezeigt, dass Eltern kein Ersatz für Leh­rerinnen und Lehrer sein können. Homeschooling kann die Schule nicht ersetzen. Daher ist es dringend notwendig, dass wir von der Hausübungs- und Halbtagsschule weg­kommen, in der der Erfolg unserer Kinder weiterhin von den Unterstützungsmöglich­keiten der Eltern abhängen. Auch für den OECD Bildungsdirektor Andreas Schleicher ist klar, dass die meisten erfolgreichen Bildungssysteme auf Ganztagsschulen setzen, da sie bessere Förderung bieten.2 Die Mittel für den Ausbau von ganztägigen Schulformen sollen erhöht werden, sodass alle 6- bis 14-Jährigen die Möglichkeit haben, in ihrem Bezirk eine ganztägige Schule zu besuchen. Langfristig muss es das Ziel sein, den Eltern in unmittelbarer Wohnumgebung echte Wahlfreiheit zu bieten und den Anteil der Schülerinnen und Schülern in ganztägigen Schulformen auf 50 % im Jahr 2027 zu erhöhen und den Schulerhaltern, die hierfür notwendigen Budgetmittel sowie Unterstüt­zung zur Verfügung zu stellen.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung wird aufgefordert, den zügigen Ausbau der Ganztagsschule zu garantieren, um zu ermöglichen, dass bis 2027 50% aller SchülerInnen eine ganztägige Schule besuchen können.“

1 https://www.derstandard.at/story/2000119855870/bildung-als-baustelle-fuer-integration-politik-und-experten-mit-unterschiedlichen

2 https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/pisa-interview-schneewittchen-und-die-bildungsreformen-a-525753.html

*****


Präsidentin Doris Bures: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht daher auch mit in Verhandlung.

Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Rudolf Taschner. – Bitte.


17.46.58

Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Frau Kollegin Hammerschmid, vielleicht haben Sie die Karikatur von Wizany in den „Salzburger Nachrichten“ – ich glaube, es war gestern oder vorgestern – gesehen. Da wurde berichtet, welches Mittel die sozialistische Partei gegen die Coronakrise hat: Das hat man aus bestimmten Gründen Suderol genannt (Zwischenruf des Abg. Vogl), und das war auch in Ihrer Rede wieder zu hören.

Dabei ist es eigentlich höchst eigenartig, dass Sie dann aber trotzdem sagen können – und ich schließe mich Ihrem Dank den Lehrerinnen und Lehrern gegenüber natürlich an –, dass Schule gelingt. Ja, Schule wird gelingen! (Zwischenruf der Abg. Hammerschmid.) Sie


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