Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 564

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meinem Platz noch eine Fachzeitschrift zu Gewaltprävention, mit Best-Practice-Bei­spielen, wie man Gewaltprävention bei Frauen und Männern mit Behinderungen durch­führen kann.

Kommen Sie bitte auf mich zu, schnappen Sie sich eine Broschüre, schauen Sie einmal rein, denn Wegschauen geht nicht mehr! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

9.54


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Oberrauner. – Bitte.


9.54.52

Abgeordnete Mag. Dr. Petra Oberrauner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Ge­schätzte Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zu Beginn meiner Rede folgenden Antrag einbringen:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Erhö­hung des Budgets für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Finanzen, wird ersucht, im Bundesfinanzgesetz 2021 sowie im Bundesfinanzrahmengesetz 2021-2024 eine Erhö­hung des Budgets ,Frauenangelegenheiten und Gleichstellung‘ auf jährlich zumindest 30 Mio. Euro vorzusehen.“

*****

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Covid-Krise trifft Frauen in besonderem Maße, und sie sind davon schwer betroffen. Frauen arbeiten überproportional stark im Dienst­leistungsbereich – in Hotels und Gaststätten, die jetzt zuhaben –, im Handel und so weiter. Ihre Arbeitslosigkeit dauert länger, und gleichzeitig haben die Frauen den Ausfall von Kindergärten und Schulen zu bewältigen. Der Hauptteil der unbezahlten Arbeit wird nach wie vor von Frauen übernommen. Diese Umstände verschlechtern die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und drängen Frauen zurück in veraltete Rollenbilder.

Dies zeigt auch eine Umfrage des Jobportals Stepstone: Jede zweite Frau hat den Ein­druck, dass sich für sie in der Coronakrise die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verschärft hat. Während des Lockdowns haben sie das Gefühl, dass sie wieder in die traditionellen Rollen zurückrutschen. Diese Einschätzung muss uns alle beunruhigen, und deshalb ist der Bereich der Ministerin für Frauen und Gleichstellung in den nächsten Jahren ganz besonders gefordert, sich gegen die Verdrängung der Frauen am Arbeits­markt, den spürbaren Verlust bei Einkommen und Pensionen und die abnehmende Gleich­stellung von Frauen in Österreich zu wehren. Es ist ganz genau darauf zu achten, dass Frauen und ihre besondere Lebenssituation im Rahmen der Maßnahmen der Covid-19-Hilfen und des Konjunkturpaketes ausreichend und fair berücksichtigt werden. (Beifall bei der SPÖ.)

Die Basis für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen, geschätzte Frau Minister, sind gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit und eine gute Ausbildung. Das Leben frei von Gewalt sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dass es Hilfe gibt, ist gut, dass es Hilfe


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