agieren, habe ich Ihnen ja grundsätzlich schon ein paarmal gesagt und mehrmals behauptet.
Wenn ich behaupte, es geht in die falsche Richtung, nämlich in die der Ihnen nahestehenden NGOs, dann fassen Sie das bitte nicht als Lob auf, weil ich nämlich glaube, dass sie gerade, was Bewilligungen betrifft, die Verfahren eher aufblasen wollen.
Wenn wir uns da die Fakten anschauen: Unser gemeinsames Ziel ist die Reduktion von CO2, die Dekarbonisierung, das ist das rot-weiß-rote Projekt, für das wir eintreten. Schauen Sie sich die nackten Zahlen an! Der gesamte Energiebedarf Österreichs auf Basis von 2019 aus den fossilen Energiequellen Öl, Erdgas, Kohle beträgt ungefähr 199 000 Gigawattstunden. Ein Ausstieg aus diesen fossilen Energiequellen in allen Sektoren, und zwar im Verkehr, in der Industrie – ich sage nur Voest, H2, also Wasserstoff –, aber auch in Gebäuden und so weiter, führt zu einem Mehrbedarf an anderen Energiequellen, das ist ja logisch. Wenn Sie jetzt davon ausgehen, dass dieser Bedarf durch Strom aus erneuerbaren Quellen abzudecken ist, brauchen wir alleine dafür 182 Wasserkraftwerke in der Größenordnung Freudenau oder 31 000 Windkraftanlagen oder, wenn wir die Tiroler Strategie hernehmen und das nur mit PV machen wollen, heißt das 80 Prozent der Dächer und pro Gemeinde vier Fußballfelder. Ist das möglich? – Ich glaube nicht.
Schauen wir uns aber weiter an, wie lange die notwendigen Genehmigungsverfahren für derartige Projekte dauern, die wir gerade im Bereich der Stromerzeugung brauchen! Die Netzleitungen in Salzburg: 76 Monate, 6,3 Jahre; 380-kV-Leitung in der Steiermark und im Burgenland, Rotenturm: 6,3 Jahre; das Kraftwerk Kaunertal hat acht Jahre gebraucht, das Speicherkraftwerk Kühtai weitere zehn Jahre, und wenn ich im Ötztal Tumpen hernehme, hat das über zwölf Jahre gedauert. Wie also kann der Bedarf an neuen Quellen mit diesen heute schon schleppenden Verfahren zusammengehen? – Das überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft, ich glaube nur, wir sollten daran arbeiten, dass Verfahren effizienter, kürzer und erfolgreicher durchgeführt werden, damit wir da auch die notwendige Energie erzeugen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Die große Frage bleibt: Woher kommt die notwendige Energie, die wir brauchen, damit wir aus dem Karbonzeitalter herauskommen? Ich bitte Sie, arbeiten Sie daran, dass die Bewilligungen schneller, besser und effizienter gehen, denn das sind in Wahrheit die elektrisierendsten Fragen der Gegenwart! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Franz, recht hast du!)
15.16
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Ecker. – Bitte.
Abgeordnete Cornelia Ecker (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! In der Debatte um das Forschungsbudget wird viel über neue Technologien gesprochen, über innovative Forschungsprojekte diskutiert, es wird jedoch oftmals der landwirtschaftliche Bereich vergessen. Auch da müssen wir im Sinne der heimischen Landwirtinnen und Landwirte, vor allem aber auch aus der Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten, in die Zukunft schauen.
Wie schützen wir die heimische Landwirtschaft vor dem Klimawandel? Wie schaffen wir es, Schädlinge in unseren heimischen Wäldern zu minimieren und Krankheiten von den Feldern und der Ernte fernzuhalten? Mir als glühender Kämpferin für ein Glyphosatverbot ist es ein besonderes Anliegen, Frau Ministerin, mehr Geld für die Erforschung von Alternativen zu Pestiziden bereitzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Dieses Geld braucht es nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch ganz, ganz dringend in Österreich. Wir können nicht weiter den Weg der ÖVP einschlagen, der da lautet, dass
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