Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 340

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Das Jahr 2020 war sicherlich kein ganz normales Jahr und alles andere als einfach. Trotzdem ist die Frage, glaube ich, ob wir alles negativ sehen – das typische Beispiel mit dem Glas: halb voll oder halb leer? Die jungen Leute haben wirklich überwiegend mitgemacht, damit wir die Infektionszahlen unten halten und das Risiko verringern. Es gibt auch ein großes Engagement der jungen Menschen bei der Hilfe für Leute, die eine solche brauchen. Denken wir zum Beispiel an die Landjugend! Man kann wirklich nur sagen: Junge Leute, macht bitte so weiter! Die Gesellschaft braucht, wir als Gesellschaft brauchen grundsätzlich euren Mut, wir brauchen eure Entschlossenheit, wir brauchen eure Tatkraft, aber auch eure Visionen.

Es ist unsere Aufgabe, dass wir ihnen gezielt helfen. Natürlich muss man als junger Mensch auch lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen, Selbstbestimmtheit zu entwi­ckeln. Wenn man die Jugendstrategie hernimmt, dann darf man durchaus sagen, es ist auf einer Weise vielleicht eine koordinative Aufgabe – Frau Bundesminister, diese wird ja von deiner Seite sehr positiv wahrgenommen – und ist wichtig, damit es gelingt, dass man die Talente hervorbringt, dass man Kompetenzen stärkt und aufbaut, aber auch, dass junge Leute demokratische Prozesse lernen. Demokratie heißt, Rücksicht aufein­ander zu nehmen und auch die Meinung eines anderen zu akzeptieren.

Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir das Ehrenamt fördern; das ist schon ein paar Mal angesprochen worden. Ich denke, da passiert im positiven Sinn bei vielen Vereinen sehr viel, ob das im Sportbereich ist, Feuerwehr, Musik und so weiter. Ich glaube, dass wir ruhig sagen dürfen, die Jugend ist in Wirklichkeit viel besser als ihr Ruf, es liegt aber an uns, dass wir den jungen Leuten etwas zutrauen und dass wir ihnen vertrauen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

21.04


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Herr. – Bitte.


21.04.40

Abgeordnete Julia Elisabeth Herr (SPÖ): Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Wir diskutieren gerade die Weiterentwicklung der Österreichischen Jugendstrategie, also wie die Jugendpolitik in den nächsten Jahren weitergehen wird. Das Thema ist heute auf der Tagesordnung, weil meine Kollegin Holzleitner eingefordert hat, dass wir das auch hier im Plenum diskutieren und nicht nur im Ausschuss enderledigen. Warum? – Weil junge Menschen einfach ganz oft untergehen, wenn wir uns zum Beispiel anschauen, wen diese Krise trifft. Es ist natürlich klar, Corona ist für alle Menschen, egal welche Altersgruppe, eine Zumutung, für alle ist das eigentlich elendiglich.

Wenn wir uns aber überlegen, was es bedeutet, jung zu sein, 14, 15, 16, und auf keine Konzerte, auf keine Partys, auf keine Festivals gehen zu können, nicht einmal Freunde treffen zu können, dann tut uns das, glaube ich, allen im Herzen weh, was jungen Men­schen da gerade an Zeit ganz einfach gestohlen wird.

Das geschieht einerseits aufgrund dieser Krise, aber andererseits auch aufgrund des konkreten Missmanagements der Regierung, aufgrund dessen junge Menschen jetzt mit ihrem Recht auf Bildung, mit ihrem Zugang zu Bildung dafür bezahlen müssen, dass Sie die Zahlen und die derzeitige Coronastrategie ganz einfach nicht in den Griff bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)

Beispielsweise aber auch, was Lehrstellen betrifft, wissen wir, wenn wir uns an das Früh­jahr erinnern: Die Jugendarbeitslosigkeit, die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen, hat sich in ganz kurzer Zeit verdoppelt. Junge Menschen sind stark betroffen. Warum ist uns das wichtig? – Weil es Jugendarbeitslosigkeit nicht geben müsste. Für Jugendar­beitslosigkeit gibt es immer eine Alternative, und die heißt immer Ausbildung, die heißt immer Fortbildung. Das können wir hier immer entscheiden. Es liegt nämlich in unserer


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