In den 21 Tagen – ich habe es zusammengerechnet, Herr Bildungsminister –, die Sie anbieten, sind vier Monate nicht aufzuholen.
Das heißt, einmal mehr lautet mein Appell: Hören Sie auf die Expertinnen und Experten! Hören Sie auf die Pädagoginnen und Pädagogen! Ihnen gilt mein Dank an dieser Stelle. – Danke, liebe Pädagoginnen und Pädagogen, dass die Schule, wenn sie denn stattfindet, trotz dieser wahnsinnig schlimmen und herausfordernden Bedingungen doch ein Stück weit gelingen kann und die Kinder und die jungen Menschen unterstützt. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
15.37
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Agnes Sirkka Prammer. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich tue mir ein bisschen schwer, mich nach den Ausdrücken, die hier schon gefallen sind, in diese Liste der RednerInnen einzureihen. (Abg. Hafenecker: Das schlimmste Wort, das gefallen ist ...!)
Es war die Rede davon, man würde „Jagd“ auf Symptomlose machen und Menschen „stigmatisieren“ und in „Schutzhaft“ nehmen, eine „Bombe“ unter den Christbaum legen, und das ausgerechnet von jemandem, der gerade dabei ist, eine neue Kategorie von Politikerprivilegien einzuführen, nämlich hier zu sitzen, ohne Maske, ungetestet, und alle möglichen Erreger in alle möglichen Himmelsrichtungen zu verbreiten, während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Parlamentsdirektion hier sitzen, die diese Masken tragen müssen und Sie damit schützen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“! – Abg. Deimek: Es gibt Menschen mit gesundheitlichen Problemen, aber die sind ja den Grünen wurscht!)
Wir standen im März vor dem Problem, dass wir uns einer ansteckenden Krankheit gegenübergesehen haben, die gedroht hat, unser Gesundheitssystem zu überlasten. Damals hatten wir die Möglichkeit, die Infektion mit aufwendigen PCR-Tests festzustellen. Wir wussten nicht, wie viele dieser Tests uns überhaupt zur Verfügung stehen, und es gab nur wenige Labore, die diese Tests überhaupt durchführen konnten. Deshalb war die einzige Möglichkeit, die wir hatten, diesen Lockdown durchzuführen, und da waren wir uns auch alle einig. (Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“!)
Jetzt schaut es anders aus. Wir wissen mehr, wir wissen, dass durch das Tragen einer einfachen Stoffmaske schon sehr viel reduziert werden kann. Wir haben wesentlich mehr PCR-Tests, und wir haben – und das ist eine entscheidende Errungenschaft –die Möglichkeit, diese Schnelltests zu machen. Uns stehen sehr, sehr viele dieser Tests zur Verfügung – wenn man sie nicht gerade für Cola-Spielchen verwendet –, und sie sind sehr sicher.
Damit kann man relativ schnell und einfach feststellen, wer infiziert und somit ansteckend ist. Ja, das sind Momentaufnahmen, diese Momentaufnahmen zeigen aber, dass getestete Personen gerade keine Viren verbreiten. Diese Tests stehen jetzt zur Verfügung und deshalb müssen wir dieses Mittel jetzt auch nützen. Wir haben die Chance, Mitte Jänner wieder mit relativ niedrigen Infektionszahlen und mit niedrigen Zahlen an Kranken und Schwerstkranken dazustehen, und wir haben die Chance, das auch so beizubehalten. Zu diesem Zweck müssen wir nicht einmal alle zu Hause bleiben, wir müssen es nur schaffen, ein paar Minuten pro Woche dafür aufzuwenden, diese Schnelltests zu machen. Das bedeutet aber umgekehrt auch, dass wir zu diesem Mittel greifen müssen, denn es ist notwendig, dass wir jenes Mittel ergreifen, das mit dem geringstmöglichen
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite