Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll75. Sitzung, 21. Dezember 2020 / Seite 89

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VorrednerInnen haben sich heute am Schluss ihrer Reden, drei Tage vor Weihnachten, Verschiedenes gewünscht. Ich möchte mir nichts wünschen, sondern an Sie alle hier im Hohen Haus und an alle, die uns heute zuschauen, appellieren, und ich möchte Sie bitten: Halten Sie sich an die Hygieneregeln, halten Sie Abstand, auch wenn das gerade jetzt während der Feiertage, während der Weihnachtszeit besonders schwerfällt! Lassen Sie sich testen, zu Ihrem Schutz, zum Schutz Ihrer Mitmenschen! Ja, diese Pandemie ist extrem mühsam, ja, sie bringt uns an die Grenzen dessen, was wir aushalten können, ja, sie ringt uns extrem viel ab. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie ist eine Zumutung, aber sie ist eine Zumutung, die wir nur gemeinsam bewältigen können, und auf den letzten Metern darf uns jetzt nicht die Puste ausgehen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Ihre Wähler sind auch sprachlos!)

17.40


Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.


17.40.55

Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Herr Präsident! Herr Bundes­kanzler! Herr Gesundheitsminister! Ich bin ganz grundsätzlich ein Freund von differenzierter Argumentation, und deswegen werde ich auch jetzt hier versuchen, das entsprechend zu machen.

Herr Bundeskanzler, Sie haben gesagt, Sie freuen sich über den Impfstoff. Diese Freude teile ich, und deswegen ist es mir auch sehr wichtig, vielleicht noch einmal darauf einzu­gehen, was ich vorhin gesagt habe. Es ist mir wichtig, dass die Bevölkerung Argumente dafür hört, wieso dieser – meines Erachtens unverantwortliche – Umgang der FPÖ mit Testungen und Impfungen schlichtweg falsch ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)

Wir haben es schon gehört: Es gab natürlich ein entsprechendes Zulassungsverfahren für die Impfstoffe. Ja, das ist schneller als sonst passiert, das ist richtig. Wir sind in einer Notsituation, und dementsprechend haben die Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaft­ler in der EMA das auch schneller gemacht.

Die Freiheitlichen fragen immer öfter in die Runde, ob wir denn wissen, was in diesem Impfstoff drinnen ist. Herr Klubobmann Kickl, Sie haben diese Frage bei einer ATV-Diskussion gestellt, wer denn weiß, was da drinnen ist. Ich sage Ihnen etwas: Ich habe mich Zeit meines Lebens impfen lassen. Ich habe vorhin kurz nachgedacht, wie viele Impfungen es waren; und ich habe das immer gemacht, weil ich an die Wissenschaft und an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler glaube. Ich glaube, ich habe alle Impfungen gefunden. Ich kann es Ihnen vorlesen: Ich habe mich gegen Masern, Mumps, Röteln impfen lassen, gegen FSME, gegen Polio, gegen Tetanus, gegen Diphterie, gegen Japan-B-Enzephalitis, gegen Gelbfieber, gegen Tollwut, gegen Hepatitis A, gegen Hepatitis B, gegen Typhus, dieses Jahr übrigens auch erstmalig gegen die Grippe. (Zwi­schenruf des Abg. Hafenecker.)

Ich sage Ihnen etwas: Ich habe sicher noch welche vergessen, aber ich wusste bei keiner einzigen Impfung, was da drinnen ist, weil ich Vertrauen in Menschen habe, die vom Fach sind, weil ich überzeugt davon bin, dass Wissenschaftlerinnen und Wis­senschaftler, dass Ärztinnen und Ärzte wissen, was sie machen (Abg. Kickl: Ich habe auch nicht gefragt, was drinnen ist, ich habe gefragt, was es bewirkt! Sie waren ja dabei!), und wissen, dass Impfungen, wenn sie entsprechend getestet sind, auch ungefährlich sind. (Beifall bei NEOS und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)

Es mag ja sein, dass Sie mir nicht glauben. Ich empfehle Ihnen Folgendes: Steven Pinker hat ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, es heißt „Aufklärung jetzt“, und er hat


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