Ja, es wird diese Probleme geben, und ich verstehe auch die Herrschaften, die sagen, sie finden keine Frau. Das ist kein Problem, denn dann sollen sie meiner Meinung nach eine Ausgleichszahlung leisten, damit wir solche Frauen entwickeln können, damit diese Karrieren zumindest in drei, vier, fünf Jahren stattfinden. Ich verpflichte niemanden. Wir können das auch anders lösen, aber zumindest muss einmal ein Anreiz da sein. Wir müssen solidarisch in Zukunftskarrieren investieren.
Meine Herren, mein Wunsch an Sie alle, die Sie hier, aber auch zu Hause sitzen: Wir brauchen euch dazu, denn ihr seid der Motor, die Motivatoren und im Moment schlussendlich die Ermöglicher, denn egal wo Jobbesetzungen entschieden werden, die Shareholder, die Eigentümer, die Aufsichtsratsvorsitzenden seid zum Großteil ihr. Ohne euch wird es also nicht gehen, denn bei euch liegen momentan noch diese Entscheidungen.
Kollege Kassegger hat es ja letztes Mal im Ausschuss gesagt, wie Sie jetzt. Wenn Sie wirklich sagen, es geht um Leistung und Kompetenz, dann muss ich Sie schon fragen, warum Sie in einer Parlamentsfraktion mit, ich glaube, 30 Abgeordneten fünf Frauen haben. Sie sagen entweder, dass in Ihrer Welt sechsmal so viele Männer kompetent sind oder die Männer sechsmal so kompetent wie eine Frau sind. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP, bei den Grünen sowie des Abg. Bernhard. – Abg. Zanger: Wir sind eine Familienpartei!) – Na, Sie sind ganz bestimmt einer der Kompetentesten in Ihrer Fraktion. (Heiterkeit der Abg. Pfurtscheller.)
Ich stehe voll auf gescheite, auf toughe und smarte Frauen, ich bin ein Riesenfan von erfolgreichen Frauen und bin wunderbar froh, dass ich nicht in Ihrer Welt zu Hause bin.
Eines sage ich Ihnen auch noch: Wenn Sie Ihren großen Weltschmerz bezüglich Überfremdung endlich beenden wollen, dann müssen Sie diese gescheiten Frauen, die an der Uni waren, diese gescheiten Frauen, die da wirklich ihr Bestes gegeben haben, motivieren, dass sie mehr Kinder bekommen. Dann werden Sie die Rahmenbedingungen mit uns schaffen müssen, weil sonst das Projekt nichts werden wird.
In diesem Sinn vielen, vielen herzlichen Dank. Ich weiß, Sie sehen mich jetzt wahrscheinlich als Feministin, aber das trage ich dann mit Stolz und Dankbarkeit. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Bernhard.)
22.33
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Ragger. – Bitte.
Abgeordneter Mag. Christian Ragger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Da heute alle Damen sprechen, mache ich jetzt die quota rosa, werde also den Quotenmann machen.
Ich möchte das ein bisschen ausführen. Ich kann dem vieles abgewinnen. Ich stehe auf schöne Frauen, ich stehe auf intelligente Frauen, auf smarte Frauen, also da bin ich überall dabei. (Beifall bei der FPÖ. – Oh-Rufe bei den Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) – Jetzt kommt natürlich die Feminismuskeule, aber ich möchte es trotzdem versachlichen. (Bundesministerin Schramböck: Auch ich stehe auf schöne Männer!) – Jawohl, das ist das gute Recht von jedem.
Wir müssen die Zahlen ins rechte Licht rücken, und dann wollen wir einmal ernsthaft darüber diskutieren, statt gleich diese Feminismuskeule zu schwingen. (Widerspruch bei ÖVP und Grünen.) Wir reden über börsennotierte Unternehmen. Lassen Sie mich doch einmal ausreden, bitte! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Wir reden über börsennotierte Unternehmen in Österreich. Das heißt, wir reden über 70 Unternehmen. Von 70 Unternehmen
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