Sehr geehrte Damen und Herren, mutige Frauen, tüchtige Frauen, engagierte Frauen, die Leistung, die Qualifikation vorweisen können, brauchen keine Quote und schon gar nicht eine Studie dazu. Diese Frauen erreichen aus eigener Kraft ihr Ziel. Deshalb sehen wir diesbezüglich eine Studie als unnötig an und lehnen diesen Antrag ab. (Beifall bei der FPÖ.)
22.28
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Jeitler-Cincelli. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (ÖVP): Die Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen börsennotierter Unternehmen: Meine Damen und Herren, welchen Effekt können Quoten haben? – Ich glaube, sie können einen großen Effekt haben, und genau darum geht es in dieser Studie, nämlich um zu schauen: Was können wir daraus lernen?
Es gibt in den börsennotierten Unternehmen nur 7,9 Prozent Vorständinnen, Frau Kollegin. Der größere Teil der AbsolventInnen von Fachhochschulen, von Universitäten sind Frauen, und die haben die wesentlich besseren Noten. Ich finde, es ist ein Schaden an der Volkswirtschaft, den wir produzieren, wenn wir diese Frauen dann zu Hause in Teilzeit sitzen lassen und nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die sie vielleicht brauchen, um ihr Wissen auch anzuwenden. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zur Quote: Ja, es hat in den Aufsichtsräten schon funktioniert. Von 19 Prozent sind wir auf 28 Prozent gekommen, aber anscheinend hat der Effekt, den wir uns erhofft hätten, dass das dann auch in den Vorständen nachzieht, leider nicht eingesetzt.
Deswegen ist für mich die Quote als befristeter Motor notwendig. Das ist nicht die Meinung unseres gesamten Klubs, glaube ich, aber ich bin mittlerweile hundertprozentig dieser Meinung und eine totale Befürworterin. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Oft hören wir von Frauen, dass man sich diesbezüglich distanziert, dass man sagt, man kann mit Anstreifen nur verlieren, es ist besser, nichts zu sagen. Ich frage mich schon, ob dieses Distanzieren unsere Handlungsmaxime oder einfach ein opportunistisches Handeln für sich selbst ist, indem man sagt, man ist dort hingekommen.
Man muss auch sagen: Auch wir hier – ein größerer Teil – sind wegen einer Quote hier, egal ob von einem Bundesland kommend oder aus einem unserer Bünde kommend. Vor Sebastian Kurz gab es kein Reißverschlusssystem. Ganz viele von uns sind deswegen erstmals auf diesem Ticket. Auch bei uns in der ÖVP war der Frauenanteil wesentlich kleiner. Ich glaube aber auch, dass diese Frauen sich bei der nächsten Wahl behaupten können, sie haben aber einmal die Chance bekommen müssen, dort überhaupt hinzukommen. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Bernhard.)
Ich sehe die Quote als unsere moralische Verpflichtung, weil wir privilegiert sind. Ich sehe sie deswegen als unsere Verpflichtung, Rahmenbedingungen zu schaffen, um Frauenkarrieren zu ermöglichen – auf Zeit befristet –, denn die Frage ist, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Ich möchte in einer gerechten Gesellschaft leben, in der Leistung und Qualifikation zählen – selbstverständlich Frau Kollegin. Das geht schon mit der Berufswahl einher. Meine Kollegin Therese Niss hat da ein tolles Programm bezüglich Mädchen und Mint initiiert. Es geht um Reduktion der Teilzeit, darum, zu schauen, dass die langen Karenzzeiten kürzer werden, darum, Karriere und Familienleben zu vereinbaren. Da geht es auch darum, haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich zu entlasten. Es gibt ganz viele Sachen, die wir machen müssen.
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