Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll135. Sitzung, 135. Sitzung des Nationalrats vom 15. Dezember 2021 / Seite 213

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15.11.29

Abgeordneter Klaus Köchl (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Die SPÖ arbeitet im Unterrichtsausschuss ganz intensiv mit. Wir möchten ge­meinsam etwas bewegen. Wir haben einen Entschließungsantrag betreffend „flächen­deckende und niederschwellige Kurse für digitale Kompetenz“ eingebracht. – Das inter­essiert die ÖVP ganz einfach nicht. Dabei ist es in dieser Zeit etwas so Notwendiges, dass man den Menschen, den Schülern, wenn sie schon nicht in die Schule gehen können, wenigstens das gewährleistet und dass man das macht.

Die ÖVP misst überhaupt immer mit zweierlei Maß. Ich weiß noch genau: Als es Bun­deskanzler Kern gegeben hat, war ständig vonseiten der ÖVP in den Medien zu lesen, dieser Bundeskanzler sei ja nicht vom Volk gewählt, es brauche daher Neuwahlen. Jetzt gibt es mittlerweile den dritten Bundeskanzler von der ÖVP in dieser Legislaturperiode, und jetzt fängt niemand von den Abgeordneten an zu sagen, dass es Neuwahlen braucht, weil der Bundeskanzler durch eine Wahl vom Volk legitimiert sein soll.

Das gleiche Schicksal haben Sie ja auch, Herr Minister. Sie kommen jetzt ganz neu dazu und müssen in den Schulen etwas regeln, das meines Erachtens irrsinnig schwierig ist. Deshalb ersuche ich Sie und fordere ich Sie auf, vor allem für die Lehrlinge etwas zu tun.

Ich habe bei Ihrem Amtsvorgänger angefragt, ob bei dem 200-Millionen-Euro-Förder­paket für die Schulen irgendetwas für die Lehrlinge mit dabei ist. – Da ist überhaupt nichts vorgesehen, da ist überhaupt nichts dabei. Deshalb stellen wir auch einen Antrag, damit die Lehrlinge, die ja auch Schüler wie alle anderen Schüler bis zu den Univer­sitäten hinauf sind, auch die Möglichkeit kriegen, zur Bewältigung von Lerndefiziten Förder- und Nachhilfekurse zu machen. Da ersuche ich Sie wirklich, ein Paket zu schnüren, damit es den Lehrlingen besser geht, sodass man gewährleisten kann, dass es in Zukunft auch im handwerklichen Bereich Leute gibt, die so gut ausgebildet sind, dass sie bis 65 anständig arbeiten können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

15.13


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Weber. – Bitte.


15.13.51

Abgeordneter Ing. Johann Weber (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kolle­ginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Ich melde mich jetzt zu zwei Anträgen zu Wort. Es geht um die Lehrerfortbildung und eine gewisse Medienkompetenz, Digitalkompetenz.

Dazu habe ich auch schon im Ausschuss gesagt, dass diese beiden Anträge eigentlich überholt sind. Warum? – Eine generelle Fortbildungsverpflichtung für zahlreiche Lehr­kräfte gibt es ja ohnehin schon. Die ist ja auch gesetzlich als solche niedergeschrieben und verankert. Bereits 2016 wurde ein Modell digitale Kompetenzen für Pädagoginnen und Pädagogen geschaffen. Im Herbst 2019 wurde dieses Programm dann von ent­sprechend fachkundigen, namhaften Expertinnen und Experten überarbeitet, nachjus­tiert, an Weiterentwicklungen angepasst. Genau mit diesem Programm werden die Kom­petenzen für den Fernunterricht beziehungsweise für das Distancelearning, das wir jetzt ja wirklich alle haben kennenlernen dürfen, sehr gut abgedeckt.

Die Pädagoginnen und Pädagogen haben ja auch bewiesen, dass sie es rüberbringen können. Der Unterricht ist in der Pandemie ja nicht stehen geblieben, die Bildung ist nicht stehen geblieben, sondern es ist weitergegangen. Ein großes, großes Dankeschön allen Pädagoginnen und Pädagogen für das, was sie in dieser schwierigen Phase bisher geleistet haben und – davon bin ich überzeugt – auch in Zukunft noch leisten werden.

 


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