Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll135. Sitzung, 135. Sitzung des Nationalrats vom 15. Dezember 2021 / Seite 327

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besser! Das ist vielleicht ein kleiner Appell in Richtung ÖVP. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)

20.51


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Abgeordneter Ralph Schallmeiner. – Bitte, Herr Abgeordneter.


20.51.31

Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Ich möchte ganz genau dort anknüpfen, wo Philip Kucher aufge­hört hat: dass man auf die Praxis hört und auf diejenigen, die aus der Praxis kommen. Das haben wir bei diesem Gesetz durchaus getan, aber darauf komme ich dann vielleicht später noch einmal zu sprechen.

Worum geht es? – Es geht um das Berufsbild des operationstechnischen Assistenten beziehungsweise der Operationstechnischen Assistenz, das wir jetzt eben einführen wol­­len. Das ist ein Berufsbild, das es international durchaus schon gibt – seit den 1940er-Jahren beispielsweise in Großbritannien, seit den 1970er-Jahren im deutschsprachigen Raum –, nur bei uns in Österreich noch nicht. Also die Schweiz oder Deutschland kennen dieses Berufsbild bereits, auch dort gibt es operationstechnische Assistenten.

Es geht hierbei um Assistenzleistungen im Operationssaal, im hoch spezialisierten Be­reich, sehr komplex. Zu den Aufgaben eines operationstechnischen Assistenten gehören unter anderem die Vorbereitung der Instrumente, Geräteoperationen, Springertätig­keiten während der Operation sowie die Entsorgung und Sterilisation der Instrumente nach der Operation.

2018 hat es den ersten Versuch gegeben, dieses Berufsbild auf den Weg zu bringen, damals – und da stimme ich der Kritik von Philip Kucher zu – in einer sehr untauglichen Art und Weise; damals hat man gemeint, man macht eine zweijährige Schnellsieder­ausbildung, das war damals auch die Kritik der SPÖ, namentlich eben von Philip Kucher an diesem ersten Entwurf. Das haben wir ja abgeändert.

Wir bringen heute hier ein Berufsbild auf den Weg, das eben international vergleichbar ist, das mit jenem in Deutschland, in der Schweiz vergleichbar ist, das eine dreijährige Ausbildung als Grundlage hat, und wir bringen damit vielleicht sogar ein gewisses Maß an Entspannung in den Krankenanstalten auf den Weg, weil wir dieses Berufsbild, diese Spezialisierung einführen.

Operationstechnische Assistenten kommen nicht nur im OP zum Einsatz, das sollte man vielleicht auch sagen, sondern sie leisten auch technische Assistenz in den Schock­räumen, in der Notfallambulanz, auch bei der Endoskopie kommen sie beispielsweise zum Einsatz, und sie kümmern sich auch um die Aufbereitung von Medizinprodukten.

Bevor ich kurz auf diese Praxisnähe eingehe, möchte ich noch einen Abänderungsantrag einbringen:

Abänderungsantrag

der Abgeordneten Gabriela Schwarz, Ralph Schallmeiner, Kolleginnen und Kollegen zur Regierungsvorlage (1164 d.B.): Bundesgesetz, mit dem das Medizinische Assistenz­berufe-Gesetz, das Gesundheits-und Krankenpflegegesetz, das Gesundheitsberufe­register-Gesetz, das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz, das Allgemeine Sozialver­sicherungsgesetz und das Berufsreifeprüfungsgesetz geändert werden (OTA-Gesetz) in der Fassung des Ausschussberichts in (1274 d.B.) (TOP 37)

 


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