Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll137. Sitzung, 137. Sitzung des Nationalrats vom 16. Dezember 2021 / Seite 40

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

sondern gerade jetzt auch in meiner Funktion als Innenminister, und das werde ich in dieser Verantwortung als Ressortchef entsprechend so halten.

Herr Abgeordneter, Sie haben das Dollfuß-Museum in meiner Heimatgemeinde ange­sprochen. Dieses wurde 1998 im Geburtshaus eröffnet. Es wurde damals mit Bund, Land und Gemeinde eingerichtet, auch mit wissenschaftlicher Unterstützung.

Bereits im Mai dieses Jahres habe ich mit Alexander Hauer und Christian Rabl gespro­chen. Das sind die Leute vom Verein Merkwürdig, einem Verein für Zeitgeschichte in Melk, einer regionalen Initiative, die Sie vielleicht auch kennen, Herr Abgeordneter, weil sie auch die Außenstelle des KZ Mauthausen in Melk sehr intensiv betreuen, wo ich bei den Befreiungsfeiern immer wieder dabei sein darf. Sie werden ganz konsequent an der Neuadaptierung dieses Hauses arbeiten. Das haben wir bereits im Mai so besprochen und das wird jetzt entsprechend umgesetzt, damit dieses Haus auch eine Chance ist (Zwischenruf bei der SPÖ), dass diese Begriffe, die Sie genannt haben, entsprechend aufgearbeitet werden, mit dem klaren Ziel: So etwas darf nie mehr wieder passieren!

Historiker haben sich intensiv mit dieser Zeit auseinandergesetzt. Vielleicht hat sich die Bevölkerung noch nicht genug mit dieser Zeit auseinandergesetzt, gerade auch in un­serer Region. Ich sehe das jetzt als große Chance, einen Schritt nach vorne zu kommen und vieles mit der Bevölkerung zu klären, was in dieser Zeit vielleicht noch unklar ist.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage, Herr Abgeordneter? – Bitte.


Abgeordneter Robert Laimer (SPÖ): Danke. Wir werden wachsam bleiben, Herr Minis­ter. (Beifall bei der SPÖ.)

Ich möchte nur kurz anführen, worum es uns geht: Nach der Ausschaltung des Parla­ments, wie erwähnt am 4. März 1933, setzen Bundeskanzler Dollfuß und Sicherheits­minister Fey die Diktatur in Österreich um. Weiter folgend kommen wir zum Anschluss am 12. März 1938, markiert durch den Einmarsch Hitlers: Es war ein Leichtes, wurde doch durch Dollfuß die Sozialdemokratische Partei, unter anderem auch die Gewerk­schaftsbewegung, bereits 1934 verboten und enteignet – jeder demokratische Wider­stand zweck- und machtlos.

Sie haben von einer Chance gesprochen  ich erkenne diese Chance an. Derzeit be­zeichne ich – gestatten Sie mir die persönliche Einschätzung – das Dollfuß-Museum als Haus der Verklärung, es besteht aber die Chance, daraus ein Haus der Erklärung, bestmöglich sogar ein Haus der Aufklärung zu machen. Ich denke, es ist wichtig, dies aufzuarbeiten, um im Sinne, im Geiste unserer demokratischen Republik weiterarbeiten zu können, und zwar weiterarbeiten, um auch aufarbeiten zu müssen. (Beifall bei der SPÖ.)


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Sie sind schon wieder über der Zeit, kommen Sie bitte zur Frage!


Abgeordneter Robert Laimer (SPÖ): So haben wir als Sozialdemokraten es seit un­serer Gründung 1889 in Hainfeld auch stets gemacht. Sie sollen und Sie wollen sich dieser Aufgabe stellen, und das würde auch unsere große Zustimmung und Unterstüt­zung finden.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das war offensichtlich keine Frage.

Bitte, Herr Bundesminister, wenn Sie darauf antworten wollen.


Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner: Das war keine Frage, aber ich bedanke mich schon jetzt für diese Unterstützung. „Haus der Aufklärung“ haben Sie es genannt. (Zwischenruf bei der SPÖ.)

Noch einmal: Federführend wird der Verein Merkwürdig tätig sein. Ich habe diesen Ver­ein auch gebeten, das zu tun. Würde es unter meiner Federführung sein, könnte jemand


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite