Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll137. Sitzung, 137. Sitzung des Nationalrats vom 16. Dezember 2021 / Seite 107

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

Herr Bundesminister, ich habe eine Bitte an Sie: Ziehen Sie die Mangelberufsliste zu­rück, nehmen Sie den Beruf des Gerbers von der Liste – wenn nicht, könnte ich Sie in Zukunft nicht mehr Arbeitsminister, sondern müsste ich Sie Lohn- und Sozialdumping­minister nennen!

(Die restlichen zwei der zu Beginn der Rede aufgestellten Tafeln mit der Aufschrift „Lohn­erhöhung!“ sowie „1.500 Euro Jetzt!“ hintereinander zeigend:) Es geht darum, dass man eine Lohnerhöhung braucht, 1 500 Euro, und zwar jetzt! (Beifall bei der SPÖ.)

13.27


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Rebecca Kirchbaumer. – Bitte, Frau Abgeordnete.


13.27.48

Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Herr Präsident! Werter Herr Bundesmi­nister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause und via Livestream! Herr Kollege Stöger, mir fehlen bald wirklich die Worte! Es ist unfassbar, was Sie hier für einen Schmarrn reden! Definitiv Schmarrn! (Beifall bei ÖVP und Grü­nen. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)

13.28.09*****


Präsident Ing. Norbert Hofer: Frau Kollegin, für diesen Vorwurf habe ich Ihnen einen Ordnungsruf zu erteilen, wie Sie sicher erwartet haben.

*****

Bitte setzen Sie fort!


13.28.17

Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (fortsetzend): In Österreich haben wir einen Kol­lektivvertrag, den die Sozialpartner ausverhandeln. Da sind Sie dabei, da sind wir dabei, aber anscheinend ist bei euch keiner dabei. Also ich verstehe die Welt nicht mehr! (Abg. Belakowitsch: Das ist bei der ÖVP ganz normal!) Wo ist da Sozialdumping? Also bei aller Wertschätzung, aber wir suchen händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir haben zu wenige Arbeitskräfte in Österreich – und dann dürfen wir nicht Arbeitskräfte aus dem Ausland hereinholen?! Ja sind das andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Haben diese Menschen kein Recht auf Arbeit? (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Also bei aller Wertschätzung!

Meiner Meinung nach ist das heute ein Freudentag, besonders für die Tourismusbran­che. Seit vielen Jahren suchen die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Touris­musbranche händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wollen ihre langjährigen Saisonkräfte halten. (Abg. Belakowitsch: ... Arbeitskräfte das ganze Jahr über!) Herr Kollege Stöger, wir machen in der Hotellerie und in der Gastronomie so viel für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie bei uns bleiben wollen und gerne bei uns ar­beiten. Wir schaffen Anreize wie zum Beispiel ganz moderne Personalhäuser, Zugänge zu den Wellnessbereichen, zu den Fitnessbereichen. Es wird auch darauf geachtet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine freizeitfreundliche Diensteinteilung haben. (Abg. Belakowitsch: Was ist eine „freizeitfreundliche Diensteinteilung“?)

Also noch einmal: Wir schauen auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das Fun­dament jedes Unternehmens in Österreich und auf der ganzen Welt sind seine Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter. Ohne diese können wir nicht erfolgreich sein. Österreich ist das Tourismusland Nummer eins. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist das Ge­bot der Stunde, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dementsprechend


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite