Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll160. Sitzung, 14. Juni 2022 / Seite 89

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ist natürlich auch immer unsinnig. Wobei ich eines zum Schluss schon sagen möchte: Ich bin draufgekommen, dass das ein findiges Völkchen ist, das sich da südlich des Brenner vor langer, langer Zeit angesiedelt hat, denn lange bevor die Römer gekommen sind, 1 000 vor Christus, haben die schon Wein angebaut. Die haben genau gewusst, was zu dieser Gegend passt, und daran sieht man: Es sind geschickte Leute, keine bösen Leute. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)

12.47


Präsidentin Doris Bures: Europaabgeordneter Christian Sagartz ist als Nächster zu Wort gemeldet. – Bitte.


12.47.35

Mitglied des Europäischen Parlaments Mag. Christian Sagartz, BA (ÖVP): Sehr ge­ehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Wenn heute von einem Erfolgsmodell ge­sprochen wird, von einer Vorzeigeregion, dann bin ich sehr oft an die Situation in meinem Heimatbundesland, dem Burgenland, erinnert, denn auch dort war es für viele Genera­tionen eine Frage, welcher Sprachgruppe man angehörte, welcher Volksgruppe man sich zugehörig fühlte. (Abg. Wurm: ... diese Vergleiche!) Eines kann man auf jeden Fall sagen: In diesem Zusammenhang braucht es wohl Generationen. Ich bin Jahr­gang 1981, ich bedauere mittlerweile sehr intensiv, dass es für mich nicht gang und gäbe war, die Sprachen meiner Nachbargemeinden – Ungarisch oder Kroatisch – lernen zu dürfen.

Ich glaube, dass gerade diese Sprachkompetenz der künftigen Generationen, die sich jetzt auch bei uns, im Burgenland genauso wie in Südtirol, klar abzeichnet, die Basis dafür ist, dass man Hürden überwindet. (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ...!) Eines möchte ich dazu auch sagen: Im Austausch von Kultur und Sprache gemeinsam voneinander zu lernen ist die Basis für all diese Dinge. Da heute auch Kärnten angesprochen worden ist: Meinem Bundesland ist das Gott sei Dank erspart geblieben. Dieser Streit und dieser Konflikt wurden zwar ausgetragen, aber Gott sei Dank um einiges friedlicher, als das in Kärnten oder gar in Südtirol der Fall war.

Ich möchte schon eines sagen, weil heute hier auch darüber gesprochen wurde, ob die ÖVP überhaupt so ein Thema aufgreifen dürfe, dass das ein Ablenkungsmanöver sei. Ich sage Ihnen ganz offen: Ist es nicht gerade angebracht, jetzt über ein Erfolgsmodell zu reden, jetzt darüber zu sprechen, dass Dialog Gemeinsames schafft und Trennendes abbaut? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Wann sollte man dann über solche Themen reden, wenn nicht heute?

Eines möchte ich Ihnen noch sagen, eines ist sicherlich klar: Man kann in der Politik und in der Demokratie vieles diskutieren, aber wenn die Sozialdemokraten und andere Par­teien hier schlecht über die Rolle der Südtiroler Volkspartei reden, dann muss kein Poli­tiker ausrücken.

Schauen Sie sich die Wahlergebnisse an! Schauen Sie sich an, wem die Südtirolerinnen und Südtiroler vertraut haben und wer auch in Zukunft dort eine verantwortungsvolle Rolle einnehmen wird! Das ist ein klares Votum, das ist eine klare Entscheidung, und das zeigt auch, dass diese Bemühungen um Autonomie und vor allem auch um wirt­schaftlichen Wohlstand in der Region eindeutig belohnt wurden. Das kann man an den Wahlergebnissen ablesen, da braucht man nicht eine Rede dagegen zu halten. Das ist ganz einfach: Schauen Sie sich die Ergebnisse an! (Beifall bei der ÖVP.)

Vielleicht noch einen Gedanken zum Kollegen Schieder, der meinte, der Westbalkan könnte sich ja auch von Südtirol eine Scheibe abschneiden: Ich bin der Auffassung, wir haben diese Zeit nicht, dass es wieder zwei oder drei Generationen braucht, die nach­denken, wie man vielleicht Autonomie, wie man das Nebeneinander zu einem Miteinan­der gestaltet. In Südtirol hat es über zwei oder drei Generationen gebraucht, bis man


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