Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll160. Sitzung, 14. Juni 2022 / Seite 112

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Wir investieren in unsere Kinder, in die Betreuung der Kinder und sorgen für Entlastung bei den Kindern sowie Familien. Wir stärken damit unsere Familien und unterstützen sie in vielen Bereichen, sodass es auch wirklich spürbar ist. Ich würde sagen, dass wir auf einem guten Weg sind, aber es gibt immer noch weitere Schritte zu gehen, da wir den Weg noch nicht zu Ende gegangen sind. Im Sinne der Zusammenarbeit zwischen Län­dern und Bund einen konstruktiven Weg zu gehen bringt uns aber weiter nach vorne und hilft in der Folge den Kindern und Jugendlichen. Diesen Weg sollten wir daher weiterge­hen. Es gibt viele verschiedene Initiativen, die ich aufgezählt habe, und die sollte man auch anerkennen. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)

14.01


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Edith Mühlberghu­ber. – Bitte.


14.01.32

Abgeordnete Edith Mühlberghuber (FPÖ): Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Bun­desminister! Werte Damen und Herren! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Besu­chergalerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Ja, für berufstätige Eltern sind schul­pflichtige Kinder jedes Jahr aufs Neue ein Kraftakt. Die Betreuung ihrer Kinder für die Schulferien zu organisieren und auch die finanzielle Verantwortung zu übernehmen ist jedes Jahr wieder ein großes Thema. Jetzt stehen wir vor den Sommerferien und es gibt wie alle Jahre wieder eine große Diskussion. Die Eltern stehen wieder vor den Proble­men und es wird von den Eltern gedrängt, dass endlich einmal etwas unternommen wird.

Die Eltern werden von den Regierungsparteien mit diesem Feriendilemma völlig allein­gelassen. Jedes Jahr um diese Zeit gibt es wieder die Diskussion: wohin mit den Kindern in den Sommerferien? – Dieses Thema bereitet vielen Familien große Sorgen und Pro­bleme. Vor allem Alleinerzieherinnen und Familien, bei denen beide Elternteile berufstä­tig sind, stehen vor einer finanziellen und organisatorischen Herausforderung, damit sie die Ferien und die Urlaubszeit unter einen Hut bringen können.

Schauen wir uns einmal die Ferienzeit genauer an: Schulkinder haben zusammenge­rechnet in etwa um die 14 Wochen Ferien im Jahr, das entspricht circa 70 Werktagen. Berufstätige Eltern hingegen haben fünf Wochen Urlaub, das entspricht 25 Werktagen im Jahr. Wenn man das einander gegenüberstellt, sieht man, das geht sich von vorne bis hinten einfach nicht aus.

Was machen berufstätige Eltern also in den Schulferien, wenn sie ihre Kinder noch nicht allein zu Hause lassen können? – Mit dem Urlaub geht es sich auf jeden Fall nicht aus. Sofern es Großeltern gibt, können ja die Oma und der Opa das Kind eine Zeit lang zu sich nehmen und mit den Enkelkindern etwas unternehmen. Immer öfter kommt es aber zu der Situation, dass diese selbst noch berufstätig sind und diese Betreuungsoption damit wegfällt.

In den Städten werden in den meisten Schulen während der Sommerferien relativ güns­tige ganztägige Betreuungsmöglichkeiten angeboten. So ein Angebot gibt es aber im ländlichen Raum oft nur vormittags oder nur teilweise oder nur während gewisser Wo­chen in den Ferien. Oftmals fehlt es also ganz einfach an qualitativ hochwertiger und leistbarer Betreuung in den Sommerferien. Ja, es gibt auch andere Möglichkeiten in den Sommerferien wie zum Beispiel Ferienlager, Sportcamps oder Sprachcamps. Die Kinder verreisen und die Eltern werden während dieser Zeit ein bisschen entlastet. Viele Eltern können sich das aber einfach nicht leisten. Durch die Teuerung, die viele Eltern spüren, ist das einfach nicht möglich. Für die Unterbringung der Kinder in den Sommerferien wären umgehende Maßnahmen sowie eine finanzielle Unterstützung für Eltern höchst angebracht. Keine Mutter und kein Vater sollte sich das ganze Jahr über Sorgen machen müssen, wo die eigenen Kinder mit nur fünf Wochen Urlaubszeit für neun Wochen Ferien leistbar untergebracht werden können.

 


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