Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll160. Sitzung, 14. Juni 2022 / Seite 190

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Ich schaue da in mein Heimatbundesland, in die Steiermark, wo wir jetzt voraussichtlich diesen Förderbeitrag von 1 800 Euro auf 2 100 Euro erhöhen werden. In der Steiermark, wenn ich schon dabei bin, gibt es über 25 gemeinnützige Wohnbauträger, die im Schnitt – man höre! – über 350 Millionen Euro jährlich investieren. Ein Drittel davon wird in der Stadt Graz investiert, zwei Drittel werden in den ländlichen Regionen draußen investiert. (Beifall bei der ÖVP.)

In den ländlichen Regionen – ich komme aus so einer Region, aus Mautern – ist es ganz, ganz wichtig, wenn man im Ort einen Leerstand hat, dass es eine Ortskernbelebung gibt, wenn die gemeinnützigen Wohnbauträger wichtige Wohnungen für unsere Bewohnerin­nen und Bewohner errichten.

Unser zuständiger Landesrat in der Steiermark, Hans Seitinger, ist Vorreiter, was nach­haltigen Wohnbau aus Holz im geförderten Geschoßwohnbau betrifft. Ich kann stolz be­richten, dass wir schon über 30 Prozent dieser geförderten Wohnungen aus Holz er­richten.

Meine Damen und Herren, ich habe noch eine Bitte zum Schluss: Stimmen Sie diesem Gesetz bitte zu, weil es ganz, ganz wichtig ist, dass wir auch zukünftig günstige, leistbare Wohnungen für unsere Mieterinnen und Mieter in Österreich haben! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

18.48


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Peter Wurm. – Bitte.


18.48.52

Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher! Diese hoch spannende und sehr emotionale Diskussion zum Thema Wohnen ist wie erwartet auch sehr ideologisch. In Wahrheit war es eine Schuldzuweisung von Links gegenüber Rechts bei der Frage, wer mehr oder weniger schuld daran ist, dass die Situation so ist, wie sie ist. Und sie ist eben nicht erfreulich, ich glaube, das ist für jeden vollkommen klar. Sowohl was die Mietkosten betrifft als auch was die Schaffung von Eigentum betrifft, hat sich in Österreich eine dramatische Entwicklung ergeben, sodass man kaum noch Luft nach oben hat, um wirklich jetzt zu vernünftigen Preisen wohnen zu können.

Nun kann man das natürlich in allen ideologischen Ausbreitungen diskutieren, nur muss man, glaube ich, einmal klar die Ursachen benennen: Da ist einiges in den letzten Jahren oder Jahrzehnten aus dem Gleichgewicht geraten beziehungsweise aus dem Ruder ge­laufen.

Natürlich läuft es in letzter Konsequenz sehr wohl auf Angebot und Nachfrage hinaus, darum werden wir nicht herumkommen, außer wir wollen eben einen Kommunismus, den wir, glaube ich, nicht wollen oder den die Mehrheit, glaube ich, nicht will. Angebot und Nachfrage sollten im Gleichgewicht sein, wenn das Gleichgewicht zwischen Ange­bot und Nachfrage nicht stimmt – wir sehen es aktuell jetzt zum Beispiel bei der galop­pierenden Inflation, bei den Energiekosten –, dann ist einiges im Argen.

Beim Wohnen ist es in den letzten Jahrzehnten genau so passiert. Ich darf darauf hin­weisen, für jene, die es nicht wissen: In den letzten 25 Jahren gab es in Österreich einen Zuwachs von knapp einer Million Haushalte. Es gibt jetzt eine Million Haushalte mehr! Ich habe eine ähnliche Rede hier schon 2016 gehalten und darauf hingewiesen. Wenn man dann einmal echt darüber ungeschminkt diskutiert und quasi der Ursache einmal auf den Grund geht, dann muss man auch sagen, dass die ungebremste Zuwanderung nach Österreich natürlich den Wohnungsmarkt entsprechend angeheizt hat; darum kom­men wir nicht herum.

 


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