"Zu einer Bibliothek des Reichsrathes vollkommen geeignet", schien dem damaligen Reichsratspräsidenten Moriz von Kaiserfeld die Bibliothek des Staatsrats. Rund 6.000 Bände des aufgelösten Staatsrats bildeten den Kern der Parlamentsbibliothek. Heute umfasst ihre Sammlung 370.000 Bücher. Räumlich änderte sich für die neue Bibliothek des Reichsrats nach der Übernahme vorerst jedoch nichts. Sie blieb in den Räumen des ehemaligen Staatsrats in der Bankgasse 10, da der Platz im provisorischen Gebäude für das Abgeordnetenhaus, der sogenannten "Bretterbude" am Schottentor, für eine Bibliothek nicht ausreichte. Am 2. September 1874 wurde der Grundstein des Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße gelegt.