News 25.02.2025, 16:13

80 70 30: Jugendliche im Gespräch mit Zeitzeug:innen des EU-Beitritts

Wie kam es eigentlich zum EU-Beitritt Österreichs vor 30 Jahren, was waren die größten Hürden während den Beitrittsverhandlungen und wie sieht die Zukunft der Europäischen Union aus? Über diese und weitere Fragen konnten sich Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse des Gymnasiums Kollegium Kalksburg aus Wien mit zwei direkt an den EU-Beitrittsverhandlungen beteiligten Zeitzeug:innen austauschen. Im Rahmen des Jahresschwerpunktes 80 70 30 waren in der Demokratiewerkstatt des Parlaments die ehemalige Europa-Staatssekretärin Brigitte Ederer sowie Parlamentsdirektor Harald Dossi, damals im Bundeskanzleramt für die innerstaatliche Koordinierung der Beitrittsverhandlungen zuständig, zu Gast.

Nach der positiv verlaufenden Volksabstimmung zum EU-Beitritt habe sie das Gefühl gehabt, "einen Meter über dem Boden zu gehen", erinnerte sich Ederer. Neben der Volksabstimmung sind für Parlamentsdirektor Dossi vor allem die drei Tage und zwei Nächte andauernden Verhandlungen in Brüssel über den EU-Beitritt in prägender Erinnerung. Als größte Knackpunkte in den Verhandlungen orteten Ederer und Dossi die österreichischen Bedenken bei den Themen Transitverkehr, Erhalt der Neutralität, der Zukunft der heimischen Landwirtschaft sowie beim Kauf von Grund und Boden durch EU-Bürger:innen. Mit Übergangs-und Ausnahmeregelungen im Beitrittsvertrag habe man diese Sorgen jedoch überwinden können. Für die Stimmung in Österreich sei zudem das geeinte Auftreten der Regierungsparteien, der Sozialpartner und der Medien hilfreich gewesen.

Einig waren sich beide Zeitzeug:innen, dass es die EU mehr denn je brauche, da jeder der 27 Mitgliedsstaaten alleine zu klein für den geopolitischen Wettbewerb sei. Ederer hoffte, die Vereinigten Staaten von Europa noch erleben zu dürfen. Auch Dossi sprach sich für ein Forcieren der Zusammenarbeit aus. Da es jedoch einige EU-Staaten gebe, die hier dagegenhalten würden, müsse eventuell der Druck für ein verstärktes Miteinander noch größer werden.