News 29.05.2024, 18:21

Bundesrat: Bevorstehende EU-Wahl sorgt für hitzige Debatten

Am 9. Juni werden die österreichischen Mitglieder zum Europäischen Parlament gewählt. Schon im Nationalrat lieferten sich die Parteien aus diesem Anlass einen heftigen Schlagabtausch, wobei es nicht nur um ihre inhaltlichen Positionen zur EU und verschiedene Aspekte der EU-Politik ging. Eineinhalb Wochen vor der Wahl fand die Auseinandersetzung im Bundesrat ihre Fortsetzung. Man müsse "den EU-Wahnsinn stoppen", forderte die FPÖ in einer an Bundeskanzler Karl Nehammer gerichteten Dringlichen Anfrage. Vor allem die Migrationspolitik der EU, die Russlandsanktionen, der "Green Deal" und das "EU-Coronaregime" wurden von der FPÖ ins Visier genommen. Von einer "Festung Europa" halten die anderen Parteien allerdings wenig, sie warfen der FPÖ außerdem vor, in Wahrheit die EU und die Demokratie zerstören zu wollen.

Staatssekretärin Claudia Plakolm rief in Vertretung des Bundeskanzlers dazu auf, an einem besseren Europa zu arbeiten. Zudem wies sie auf die vielen Vorteile der EU-Mitgliedschaft Österreichs hin. Skeptisch äußerte sie sich zum auf EU-Ebene vereinbarten "Verbrennerverbot": Reine E-Mobilität könnte ihrer Meinung nach in eine Sackgasse führen. Auch die Aktuelle Stunde mit Europaministerin Karoline Edtstadler war der Zukunft der EU gewidmet.

Kein Einspruch gegen Gesetzesbeschlüsse des National­rats

Ohne Einspruch haben die Gesetzesbeschlüsse des Nationalrats vom 15. Mai den Bundesrat passiert. Damit sind unter anderem die Novellierungen des Klimabonusgesetzes, des Nationalen Emissionszertifikategesetzes und des Emissionsgesetzes Luft endgültig auf Schiene. Zwischen 145 € und 290 € wird der Klimabonus – als Kompensation für die CO2-Steuer – demnach heuer betragen. Auch von künftig einheitlichen Ladekabeln für Mobiltelefone, Notebooks, Digitalkameras und andere elektronische Geräte werden die Konsument:innen profitieren. Weitere Gesetze betreffen die Beteiligung Österreichs am Internationalen Währungsfonds (IWF), Erleichterungen für Betriebsübergaben im Familienverband und die temporären Zinszuschüsse des Bundes für Wohnbauförderdarlehen der Länder.

Entschließungsanträge der Opposition erhielten keine Mehrheit . So urgierte die SPÖ etwa die Vorlage eines neuen Klimaschutzgesetzes und trat dafür ein, die Wohnbaumilliarde des Bundes auch für den Bau und die Sanierung von Gemeindewohnungen zur Verfügung zu stellen. Die FPÖ sieht es kritisch, dass manche Förderungen nur noch online beantragt werden können und forderte ein Recht auf "analoge" Dienstleistungen.