News 03.10.2024, 14:53

Bundesrat: Datenschutzkomitee und Änderungen bei der Pension fix

Bei der Bundesratssitzung am 3. Oktober verabschiedeten sich einige Mandatar:innen von der Länderkammer, etwa Christoph Steiner (FPÖ) und Heike Eder (ÖVP), sie wechseln in den Nationalrat.

In ihrer letzten Sitzung im Bundesrat wurde über das Progressionsabgeltungsgesetz und die Pensionsanpassung 2025 beraten. Außerdem standen eine umfangreiche Dienstrechts-Novelle für den öffentlichen Dienst und die Wahl der Mitglieder des Parlamentarischen Datenschutzkomitees auf der Tagesordnung. In einer Aktuellen Stunde ging es um Gewaltprävention an Schulen. Bildungsminister Martin Polaschek stellte im Zuge dessen die neue Schwerpunktsetzung seines Ressorts für das laufende Schuljahr vor. Unter dem Titel "Hinschauen statt Wegschauen" soll ein Bündel an Maßnahmen umgesetzt werden, die von der Ausarbeitung von Kinderschutzkonzepten an jedem Standort, dem verstärkten Einsatz von multiprofessionellen Teams, dem Ausbau von Workshops im Bereich Extremismus bis hin zur Entlastung des Lehrpersonals reichen.

Bildungsminister Martin Polaschek nahm im Rahmen der Aktuellen Stunde zum Thema Gewaltprävention an Schulen Stellung.

Deckelung der Pensionserhöhung mit 279 € monatlich

Im Bundesrat wurde auch die Zusammensetzung des Parlamentarischen Datenschutzkomitees fixiert. Ab Anfang 2025 wird es als Aufsichtsbehörde für den Nationalrat, den Bundesrat, den Rechnungshof und die Volksanwaltschaft in Datenschutzangelegenheiten fungieren. Der Nationalrat hat in seiner Sitzung am 18. September die Jurist:innen Gerhard Baumgartner, Christian Bergauer, Philipp Grasser, Sandra Huber und Eva Souhrada-Kirchmayer als Mitglieder gewählt. Sie wurden von den Mitgliedern des Bundesrats einstimmig bestätigt.

Grünes Licht gab es vom Bundesrat auch für die Deckelung bei der Pensionserhöhung. Der Nationalrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Wahl beschlossen, die für das kommende Jahr vorgesehene gesetzliche Pensionserhöhung in der Höhe von 4,6 % mit monatlich 279 € zu deckeln. Davon betroffen sind ausschließlich Bezieher:innen besonders hoher Pensionen oder Sonderpensionen, die über der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage von 6.060 € liegen. Wie im Nationalrat stimmten ÖVP, SPÖ und Grüne für das Gesetzespaket, das damit auch in der Länderkammer die nötige Zweidrittelmehrheit erhielt.

Verteilung der 650 Mio. € aus der Abschaffung der kalten Progression fixiert

Mit dem Progressionsabgeltungsgesetz wird festgelegt, wie jene rund 650 Mio. € verteilt werden, die infolge der Abschaffung der kalten Progression im kommenden Jahr für variable Entlastungen der Steuerzahler:innen zur Verfügung stehen. Unter anderem hat der Nationalrat beschlossen, alle klassischen Absetzbeträge und damit zusammenhängende Beträge wie Alleinverdienerabsetzbetrag, Pensionistenabsetzbetrag und Sozialversicherungs-Rückerstattung vollständig an die Jahresinflation von 5 % anzupassen, das amtliche Kilometergeld auf 50 Cent zu erhöhen und einkommensschwachen Alleinerzieher:innen und Alleinverdiener:innen über das Jahr 2024 hinaus eine monatliche Sonderzahlung von 60 € pro Kind zu gewähren. Der Nationalratsbeschluss erhielt im Bundesrat die Zustimmung.

Namentliche Abstimmung bei Dienstrechts-Novelle

Die Dienstrechts-Novelle 2024 sorgte für Diskussionen. Dabei ging es um eine sprachliche Anpassung des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes zur Verhinderung geschlechtsbezogener Diskriminierung. Weitere Punkte der Sammelnovelle betreffen u.a. den Bildungsbereich, die Umsetzung von Empfehlungen des Europarats zur Bekämpfung von Korruption und eine verpflichtende Management-Ausbildung für Führungskräfte im Bundesdienst. Es gab eine von FPÖ-Bundesrät:innen initiierte namentliche Abstimmung. 11 Stimmen von FPÖ und NEOS wollten den Gesetzesbeschluss des Nationalrats nicht unterstützen. Ihnen gegenüber standen 47 Stimmen von ÖVP, SPÖ und Grüne. Damit erhob der Bundesrat am Ende keinen Einspruch gegen das Gesetz.