Es ist 10 Uhr. Stimmen hallen durch das Stiegenhaus der AHS Rahlgasse, Schülerinnen und Schüler lehnen an den Wänden, lachen, plaudern – die Glocke läutet, der Workshop beginnt. "Setzt euch, wenn ihr noch nie Diskriminierung erlebt oder in eurem Umfeld beobachtet habt", startet der Workshopleiter in das rund zweistündige Modul mit der 5C. Niemand setzt sich. Alle bleiben stehen.
Das Parlament geht auf Workshop-Tour durch Schulen und Kindergärten
"Warum erfolgt Diskriminierung?" fragt der Demokratiebildner in die Runde. "Weil jemand anders ist" – "Aussehen" – "Herkunft" – "Geschlecht", antwortet die Klasse. In dem Workshop Demokratie und Verantwortung wird Schülerinnen und Schülern vermittelt, wie Teilhabe im Alltag gelebt werden kann.
Hinschauen, verstehen und handeln
Diskriminierung wird dabei nicht nur als individuelles Verhalten beschrieben, sondern als Handlung, deren Ergebnis Ausgrenzung ist.
Im Zentrum des Workshops steht die Frage: Was können wir tun? Die Schülerinnen und Schüler antworten: "ansprechen", "melden", "dokumentieren".
Dabei wird auch über Grenzen gesprochen. Aktiv werden heißt nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Handlungsmöglichkeiten gibt es dennoch viele: Gespräche im Freundeskreis führen, aufmerksam bleiben, widersprechen, reflektieren die Jugendlichen. Und auf gesellschaftlicher Ebene aktiv werden durch wählen gehen, sich engagieren, demonstrieren.
Demokratie im Klassenzimmer
Seit Jänner 2026 wird das zweistündige Modul "Demokratie & Verantwortung — das Format gegen Antisemitismus" für Schülerinnen und Schüle der Sekundarstufe II sowie für Lehrlinge in überarbeiteter Form angeboten. Es handelt sich um ein mobiles Demokratiebildungsangebot des Parlaments.
Die Jugendlichen können sich dabei gezielt mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Diskriminierung und Antisemitismus auseinandersetzen.