Bei der vierten Ausgabe der Plattform stand das Thema Spracherhalt und Sprachrevitalisierung im Fokus. Erörtert wurden Möglichkeiten, um das Bildungsangebot der Minderheitensprachen zu revitalisieren.
Es liege nicht zuletzt am Parlament, die Sprachenvielfalt in Österreich zu schützen und zu fördern, meinte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und unterstrich die Bedeutung der Sprache für die Identitätsbildung.
Als zentrale Anliegen forderten die Volksgruppenvertreter insbesondere die Förderung der Volksgruppensprachen im Bildungssystem sowie eine Novellierung des Volksgruppengesetzes. Für letzteres wurde unter anderem die Einrichtung eines parlamentarischen Konvents angeregt. Die Volksgruppen-Sprecher:innen der im Parlament vertretenen Parteien sprachen sich in diesem Sinne für konkrete Umsetzungsmaßnahmen im Bereich der Bildung und des Spracherhalts aus.
Nach einem Rückblick auf den bisherigen parlamentarischen Austausch legte die Leiterin des Rechts-, Legislativ- und Wissenschaftlichen Dienstes der Parlamentsdirektion Gerlinde Wagner in einem Fachkommentar zum Volksgruppen- und Minderheitenschutzrecht dar, dass der Ausbau dieser Rechte über Jahrzehnte in Einzelschritten erfolgt sei. Damit sei aber das letzte Wort in der Frage ihrer Ausgestaltung noch nicht gesprochen.
Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Volksgruppengesetz 1976" ist 2026 im Hohen Haus ein Programmschwerpunkt geplant.