Luftaufnahmen Wiens von 1938 oder doch eine Webseite, die einem die billigste Tankstelle in der Umgebung anzeigen kann: Den Möglichkeiten, was man mit Open Data tun kann, sind keine Grenzen gesetzt.
Ein Spaziergang mit Daten führte ins Parlament
Open Data bezeichnet frei zugängliche, maschinenlesbare Daten, die weiterverarbeitet und geteilt werden dürfen. Sie werden häufig von öffentlichen Stellen bereitgestellt.
Zusammen mit dem Parlament hat die Stadt Wien am Internationalen Open Data Day am 13. März zu einem Datenlehrpfad durch die Wiener Innenstadt geladen. Mehr als 70 Interessierte spazierten zu sechs Stationen zwischen Josefsplatz und Parlamentsgebäude. Sie erfuhren dabei etwa von der Baupolizei, dem Bundesdenkmalamt und der Stadtvermessung, welche Daten öffentliche Stellen produzieren und welche dieser Daten dann der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.
Archäologische Schätze im Garten
Da wäre etwa das Bundesdenkmalamt, das insgesamt 160.000 Datensätze von Denkmälern, Ausgrabungen und Fundstücken führt. Wer wissen will, welche archäologischen Funde es in der eigenen Gemeinde oder dem Nachbarsgarten gab, finde das auf einer eigenen Karte, sagte Jördis Vieth vom Bundesdenkmalamt.
Beim Datenlehrpfad erfahren Interessierte mehr über das Open-Data-Angebot des Parlaments und der Stadt Wien.
Ein anderes Beispiel nannte Anna Fellhofer von der Stadtvermessung der Stadt Wien. Jährlich lässt die Stadt Luftaufnahmen des gesamten Stadtgebietes anfertigen und veröffentlicht diese Bilder auch. Wer will, kann sich die Entwicklung der Stadt der letzten 15 Jahre anschauen. Die ersten Luftaufnahmen stammen laut Fellhofer aus dem Jahr 1938.
Das Finale: ein Fachgespräch im Parlament
Die letzte Station bildete das Parlament mit einem Fachgespräch über die Daten, die das Hohe Haus zur Verfügung stellt. Das Parlament habe sich in den letzten Jahren der Transparenz verschrieben und werde dies auch künftig weiter tun, meinte Karl-Heinz Grundböck, der Sprecher des Parlaments.
Open-Data-Showcases des Parlaments
Hier finden Sie die Showcases des Parlaments in Kooperation mit der Universität Wien.
Der Open-Data-Beauftragte der Parlamentsdirektion Simon Hofer stellte mit Daniel Bliem von der Universität Wien die Neuerungen im Angebot vor. "Wir wollen mit Open Data das Konzept des offenen Parlaments auch in die digitale Welt transportieren." Dazu gehören neben Gesetzestexten und parlamentarischen Anfragen auch Statistiken zur Gesetzgebung und der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern. Das Angebot des Parlaments werde kontinuierlich ausgebaut und verbessert, so Hofer.
So wird die Parlamentsdirektion auch noch weitere Showcases mit der Universität Wien veröffentlichen. 13 Beispiele, welche Ergebnisse man aus den Parlamentsdaten ableiten kann, gibt es bereits.