News 15.10.2026, 18:38
Nationalrat

FPÖ-Misstrauensantrag gegen Bundesregierung abgelehnt

Die FPÖ stellte die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung infrage, während Staatssekretär Pröll und die Koalitionsparteien deren Kurs verteidigten.

Der Nationalrat hat einen Misstrauensantrag der FPÖ gegen die gesamte Bundesregierung abgelehnt. Eingebracht wurde dieser im Zuge der Debatte über eine Dringliche Anfrage an Bundeskanzler Christian Stocker mit dem Titel "Ist diese Bundesregierung noch handlungsfähig?". Darin verwiesen die Freiheitlichen etwa auf 96 Regierungsvorhaben, die wegen "Uneinigkeiten" zwischen den Koalitionspartnern blockiert würden.

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl warf der Regierung eine verheerende Bilanz unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Innere Sicherheit und Gesundheit vor. Die angekündigten Preisbremsen hätten versagt, während Arbeitslosigkeit und Schulden stiegen. Der Koalition gehe es vor allem um Machterhalt. Kickl forderte ihren Rücktritt und bezeichnete Neuwahlen als Befreiungsschlag gegen "Stillstand, Niedergang und Depression".

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl warf der Bundesregierung Stillstand vor und forderte Neuwahlen.

Staatssekretär Alexander Pröll bekräftigte in Vertretung des Bundeskanzlers die Handlungsfähigkeit der Regierung. Er verwies unter anderem auf die beschlossenen Doppelbudgets, Entlastungen in verschiedenen Bereichen sowie Maßnahmen in der Asyl- und Sicherheitspolitik. Der wirtschaftliche Aufschwung habe begonnen, meinte er. Kickl habe hingegen seine eigene Chance zur Regierungsbildung nicht genutzt und Verantwortung gescheut, so Pröll rückblickend.

Staatssekretär Alexander Pröll beantwortete die Dringliche Anfrage in Vertretung von Bundeskanzler Christian Stocker.

Auch ÖVP, SPÖ und NEOS verteidigten die Regierungsarbeit und hielten der FPÖ vor, keine konstruktiven Lösungen vorzuschlagen. Die Koalition arbeite an Entlastungen und Reformen. Kompromisse dabei seien ein Fundament der Demokratie.

Die Grünen unterstützten den Misstrauensantrag der FPÖ ebenfalls nicht. Sie warfen der FPÖ vor, aus den Unsicherheiten der Bevölkerung politisches Kapital schlagen zu wollen. Zugleich kritisierten sie einen fehlenden Veränderungswillen der Bundesregierung. Statt des angekündigten "Herbstes der Ergebnisse" gebe es einen "Herbst der Versäumnisse und Erschwernisse".