News 20.10.2026, 13:24
Gleichbehandlungsausschuss

Fälle von Diskriminierungen angestiegen

Der Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft zeigt einen starken Anstieg an Diskriminierungen in der Arbeitswelt und im Privatleben.

Der Gleichbehandlungsausschuss beschäftigte sich mit dem Gleichbehandlungsbericht für die Privatwirtschaft. Aus ihm geht hervor, dass die Anfragen bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW) in den Jahren 2024 und 2025 um 31 % gestiegen sind. 1.975 Anfragen betrafen Diskriminierungsfälle. Auch hier gab es einen Anstieg um 33 % im Vergleich zu den Jahren 2022/2023. 46 % der Fälle betrafen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, 33 % aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit. Die meisten Diskriminierungsfälle (73 %) standen im Zusammenhang mit der Arbeitswelt. Jeder vierte Fall in der Arbeitswelt betraf eine sexuelle Belästigung. Die GAW sieht zudem eine besorgniserregende Erstarkung von Rassismus in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Auch in der Gleichbehandlungskommission hat sich die Zahl der Anträge von 266 auf 368 in den Jahren 2024 und 2025 erhöht. Insbesondere bei Fällen von Diskriminierung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung in der Arbeitswelt verzeichnete man hier einen Anstieg.

Im Ausschuss strich Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner hervor, dass sexuelle Belästigung nach wie vor ein zentrales Thema sei. Es gebe noch immer zu wenig Bewusstsein darüber, dass sexuelle Belästigung nicht tolerierbar sei. Auch bei der Form der Abhilfe am Arbeitsplatz gebe es noch einiges zu tun. Holzleitner zeigte sich optimistisch, dass die noch umzusetzenden EU-Richtlinien – nämlich jene für Entgelttransparenz und jene für Standards für die Gleichbehandlungsstellen – auch zu weniger Diskriminierung am Arbeitsplatz führen können.

Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner sieht Handlungsbedarf gegen sexuelle Belästigung.

Der Ausschuss hat auch über den Gleichbehandlungsbericht des Bundes debattiert. Der Frauenanteil im Bundesdienst ist demnach im Jahr 2025 auf 45 % angestiegen. Im Jahr 2024 lag er bei 44,1 %. Auch bei den Einkommen holten die Frauen im Bundesdienst auf: Laut Bericht waren 2025 bei den höchsten besoldungsrechtlichen Einstufungen mehr als ein Drittel (40,1 %) Frauen. Da dieser Wert allerdings unter dem Frauenanteil am Gesamtpersonal liegt, sieht die Regierung hier weiterhin Handlungsbedarf. Beide Berichte werden im Plenum verhandelt.