News 10.07.2025, 18:41

Grüne fordern grundlegende Wende im Waffenrecht

Die Grünen setzen mit einem Dringlichen Antrag das Thema Waffenrecht auf die Agenda des Nationalrats. Sie sprechen sich damit für eine tiefgreifende Reform aus: Während bisher ein Waffenverbot als Ausnahme galt, solle künftig der Waffenbesitz selbst zur Ausnahme und nur noch in gut begründeten Fällen erlaubt werden. Ziel sei eine Gesellschaft, die auf eine "Freiheit von Waffen" hinarbeite. Gefordert werden im Antrag unter anderem auch strengere psychologische Prüfungen, eine Ausdehnung der Regeln auf Kategorie-C-Waffen sowie eine bessere Zusammenarbeit der Behörden im Bereich Gewaltschutz.

Klubobfrau Leonore Gewessler (Grüne) kritisiert ein "viel zu lasches" Waffengesetz und forderte von der Bundesregierung ambitioniertere Vorstöße für dessen Verschärfung.

Antragstellerin Leonore Gewessler (Grüne) kritisierte im Plenum die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen als nicht weitreichend genug. Vielfach handle es sich um "kosmetische Korrekturen". So sei etwa keine Altersanhebung für den Erwerb von Kategorie-C-Waffen vorgesehen. Zudem warf sie der Bundesregierung vor, etwa im Vergleich zur Einführung der Messenger-Überwachung "zaghaft" zu agieren.

Innenminister Gerhard Karner zeigte Verständnis für die Forderungen nach einer Reform, verwies jedoch auf bereits eingeleitete Maßnahmen. So sei unmittelbar nach dem Amoklauf in Graz bereits ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht worden, das unter anderem eine Verschärfung der psychologischen Zuverlässigkeitsprüfung, eine Verlängerung der "Abkühlungsphase" beim Waffenkauf sowie eine befristete Ausstellung von Waffenbesitzkarten vorsehe. Eine umfassende Novelle sei in Arbeit, brauche aber rechtliche Sorgfalt.

Innenminister Gerhard Karner versicherte, dass die Bundesregierung bei der Verschärfung des Waffengesetzes "ordentlich, nachhaltig und mit der notwendigen Konsequenz" vorgehen werde.

ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ stimmten mehrheitlich gegen den Antrag der Grünen. Die Regierungsparteien verwiesen darauf, dass "mit Hochdruck" an einer Gesetzesnovelle des Waffenrechts gearbeitet werde und im September beschlossen werden solle. Der Innenausschuss werde daher nicht in die Sommerpause geschickt.

Die FPÖ lehnte ein generelles Waffenverbot ab. Ein solches würde laut den Freiheitlichen "rechtstreue Bürger beschränken und bestrafen".

Freiheitliche kritisieren Einweg-"Pfandmonster" in Kurzdebatte 

Weiters stand in der Nationalratssitzung eine schriftliche Anfragebeantwortung von Umweltminister Norbert Totschnig an die Freiheitlichen zum neuen Einwegpfandsystem zur Diskussion. Auf Verlangen der FPÖ diskutierten die Abgeordneten die Vor- und Nachteile des seit Jahresbeginn bestehenden neuen Sammelsystems für Einwegflaschen und –dosen in einer Kurzdebatte. Während die Freiheitlichen das System als Belastung für Bürger:innen und Betriebe sahen, verteidigten ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne die positiven Auswirkungen auf die Sammel- und Recyclingquote sowie die Natur. Zudem erinnerten die Abgeordneten daran, dass damit eine einstige FPÖ-Forderung umgesetzt worden sei. Innenminister Gerhard Karner berichtete in Vertretung des Umweltministers über die gute Annahme des Systems durch die Bevölkerung.