News 27.01.2026, 17:57

Internationaler Holocaust-Gedenktag im Parlament mit mahnenden Worten

Am 27. Jänner 1945 befreiten Truppen der Roten Armee die letzten Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den Jahrestag dieses Ereignisses zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung des Parlaments stand das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus sowie die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur jüdischer Menschen, die verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Um einen literarischen Zugang zu den Erfahrungen einer Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung zu eröffnen, las die Schauspielerin Martina Ebm ausgewählte Passagen aus dem Buch "weiter leben. Eine Jugend" sowie das Gedicht "Der Kamin" von Ruth Klüger. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Werke von vom NS-Terrorregime verfolgten jüdischen Komponisten.

Martina Ebm liest Passagen aus Ruth Klügers Buch "weiter leben. Eine Jugend".

"Hass gegen Juden kein Randphänomen"

In seiner Keynote warnte Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten davor, dass Gedenken nicht zu einem bloßen Ritual gemacht werden dürfe. In Zeiten wachsender extremistischer Tendenzen – Rosen bezog sich dabei vor allem auf den radikalen Islamismus - sei man gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus verpflichtet, wachsam zu sein und die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung mit großer Sensibilität und Verantwortung zu betrachten, sagte Rosen. Hass gegen Jüdinnen und Juden sei kein Randphänomen mehr, weshalb es "entschlossenes und konsequentes rechtsstaatliches Handeln" brauche, forderte Rosen.

Peter Haubner und Dani Dayan unterzeichneten einen Letter of Intent zwischen Nationalfonds und Yad Vashem.

Letter of Intent zwischen Nationalfonds und Yad Vashem

Im Vorfeld der Gedenkveranstaltung haben der Vorsitzende des Komitees und des Kuratoriums des Nationalfonds, Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner, und der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dayan, im Parlament einen Letter of Intent unterzeichnet. Unterstrichen wird darin unter anderem die besondere Bedeutung der Arbeit von Yad Vashem bei der Sammlung und Katalogisierung von Holocaust-Dokumenten aus Österreich sowie international. Man wolle für jüngere Generationen die Archivarbeit digitalisieren, kündigte Haubner an. Ziel sei, dass auch Jugendliche im Internet die Geschichten von NS-Opfern recherchieren können.