Grüne für Sparen beim Straßenbau
Die Grünen unterstrichen ihre Forderung nach einem Aus für teure Straßenbauprojekte mit einer Dringlichen Anfrage an Finanzminister Markus Marterbauer. Unter dem Betreff "Konsolidieren statt Betonieren" drängte Umweltsprecherin Leonore Gewessler darauf, schon länger geplante Projekte wie den Lobautunnel oder die Bodensee Schnellstraße S18 endgültig zu stoppen. Dadurch könnte ihrer Meinung nach viel Geld gespart und damit ein wesentlicher Beitrag zur notwendigen Budgetsanierung geleistet werden, wobei sie auch die Länder und Gemeinden adressierte. Zudem wäre ein solcher Schritt ihrer Meinung nach im Sinne des Klima- und des Bodenschutzes wichtig.
Bei den anderen Fraktionen stießen die Grünen mit ihrer Forderung allerdings auf wenig Verständnis. Straßenbauprojekte würden nicht aus dem Budget, sondern aus Mauteinnahmen der ASFINAG finanziert, machte etwa ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger geltend. Mit einem Stopp könne man daher das Budget nicht sanieren. Auch auf die Mitverantwortung der Grünen an der aktuellen Budgetlage und die Notwendigkeit eines Lückenschlusses im hochrangigen Straßennetzes wurde mehrfach verwiesen.
Finanzminister Markus Marterbauer wollte Kürzungen im Straßenbau allerdings nicht ausschließen. Es seien in allen Bereichen Sparmaßnahmen notwendig, betonte er und verwies auf die laufenden "schwierigen" Budgetverhandlungen. Ohne Sanierungsmaßnahmen würde das Defizit des Bundes heuer auf 27 Mrd. € steigen, warnte er. Allerdings plant die Regierung ihm zufolge auch ein "Offensivpaket", schließlich könnten Investitionen in die Infrastruktur nicht nur die Wirtschaft ankurbeln und Beschäftigung fördern, sondern auch "ein Klimaschutzmotor" sein.
In der 17. Sitzung des Nationalrats diskutierten die Abgeordneten unter anderem über eine Dringliche Anfrage der Grünen.