News 18.09.2026, 08:26
Sitzung am 23. September

Nationalrat berät über steuerlich begünstigte "Aktivpension"

Auch weitere Gesetzesvorhaben könnten in der ersten regulären Sitzung der Tagung 2026/27 auf Schiene gesetzt werden. Sie findet am 23. September statt.

Mit der steuerlich begünstigten "Aktivpension" will die Regierung Arbeiten im Alter attraktiver machen. Personen, die das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben und dennoch erwerbstätig sind, sollen demnach ab kommendem Jahr keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr zahlen müssen und einen Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 € im Monat erhalten. Und zwar unabhängig davon, ob sie ihren Pensionsantritt aufgeschoben haben, also im bisherigen Job weiterarbeiten, oder ob sie neben dem Pensionsbezug einer anderen Tätigkeit – selbstständig oder unselbstständig – nachgehen. Voraussetzung für Zuverdienerinnen und Zuverdiener ist laut Gesetzesentwurf allerdings, dass sie vor ihrem Pensionsantritt mindestens 40 Versicherungsjahre erworben haben, wobei für Frauen – beginnend mit 34 Versicherungsjahren – eine Einschleifregelung gilt. Die Dienstgeber müssen außerdem weiterhin Pensionsbeiträge leisten.

Die Abgeordneten könnten in der Plenarsitzung am 23. September die Einführung eines Steuerfreibetrags für Erwerbstätige im Pensionsalter beschließen.

Betriebliche Altersvorsorge, Ausgleichstaxfonds, Familienbeihilfe

Mit dem gleichen Gesetzespaket soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 2028 ermöglicht werden, die von den Unternehmen im Rahmen der "Abfertigung Neu" zu leistenden Beiträge risikoreicher, aber lukrativer zu veranlagen. Überdies ist geplant, Betriebliche-Vorsorge-Konten, auf die schon seit längerem keine Einzahlungen mehr getätigt wurden, schrittweise zusammenzuführen, und zusätzliche Fördermittel zur Erhöhung der Beschäftigungsquote älterer Personen bereitzustellen.

Weitere Gesetzesvorhaben betreffen den Ausgleichstaxfonds sowie die Gewährung von Familienleistungen für Vertriebene aus der Ukraine und für subsidiär schutzberechtigte Flüchtlinge. So wollen die Regierungsparteien dem Ausgleichstaxfonds auch in den nächsten Jahren Sondermittel zuschießen, um Maßnahmen zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen abzusichern. Nicht mehr möglich sein soll künftig ein gleichzeitiger Bezug von Grundversorgung und Familienbeihilfe, grundsätzlich sind für Ukrainerinnen und Ukrainer sowie für subsidiär Schutzberechtigte aber Verbesserungen bei der Familienbeihilfe und beim Kinderbetreuungsgeld vorgesehen.

Auch zwei Entschließungen hat der Familienausschuss ins Plenum geschickt: Dabei geht es um den Abbau bürokratischer Hürden beim Zugang zum Kinderbetreuungsgeld und eine höhere Vergütung für Grundwehrdiener ab 2027.

Der Ausgleichstaxfonds soll zur Unterstützung der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen auch in den kommenden Jahren Sondermittel des Bundes erhalten.

Einsatz von KI in Verwaltungsverfahren

Ziel einer Novelle zum Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG) und zum Verwaltungsstrafgesetz (VStG) ist es, die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren voranzutreiben und rechtliche Grundlagen für den Einsatz von KI zu schaffen. Dabei geht es unter anderem um die Unterstützung bei der Einbringung von Anträgen durch Chatbots, vollständig automatisierte Erledigungen sowie um die Ermöglichung sogenannter "No-Stop-Verfahren", bei denen Leistungen – etwa nach dem Vorbild der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung – ohne vorherige Antragstellung erbracht werden.

Bundesrechnungsabschluss 2025, Lithium-Ionen-Akkus

Auf Basis des Bundesrechnungsabschlusses 2025 werden die Abgeordneten in der Sitzung am 23. September außerdem über Budgetfragen diskutieren. Laut der vom Rechnungshof vorgelegten Bilanz fiel das Defizit des Bundes im vergangenen Jahr niedriger aus als ursprünglich veranschlagt.

Aus dem Umweltausschuss liegt die Empfehlung vor, ein bereits 1997 vereinbartes Zusatzprotokoll zum Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen) zu ratifizieren. Dabei geht es um die Reduktion von Luftschadstoffen im internationalen Schiffsverkehr, wobei sich Österreich durch die Ratifizierung des Protokolls vor allem Mitspracherechte bei angepeilten Verschärfungen – Netto-Null-Emissionen im Jahr 2050 – sichern will. Zudem spricht sich der Ausschuss in einer Entschließung für die Einführung eines EU-weiten Rücknahmesystems für Lithium-Ionen-Akkus aus, um Konsumentinnen und Konsumenten zu motivieren, Altakkus in den Systemkreislauf zurückzubringen und so auch gefährliche Brände in Müllentsorgungsanlagen zu vermeiden. Die Grünen plädieren für ein verpflichtendes Pfandsystem in Österreich, werden sich damit aber wohl nicht durchsetzen können.

Im Jahr 2025 konnte die Regierung ihren Budgetkurs halten, wie der Bundesrechnungsabschluss zeigt.

Aktuelle Stunde, Europastunde

Von Seiten der FPÖ wird unter anderem gefordert, alle Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien, die sich unberechtigt in Österreich aufhalten, in ihre Heimatländer abzuschieben und Rückkehrhilfen zu streichen. Außerdem sind ihr die Befreiung von Blaulichtorganisationen von der Mineralölsteuer und die Untersagung von "Regenbogen"-Zebrastreifen ein Anliegen.

Beginnen wird die Sitzung um 9 Uhr mit einer Aktuellen Stunde, deren Themenauswahl der SPÖ obliegt. Für die daran anschließende Aktuelle Europastunde werden die NEOS das Thema festlegen.