Der Handel soll ab April 2026 dazu verpflichtet werden, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass bei gleicher Verpackungsgröße weniger Füllmenge in einem Produkt zu finden ist. Das hat der Nationalrat am Mittwoch beschlossen, nur die FPÖ stimmte dagegen. Die gesamte Plenarsitzung können Sie hier nachsehen.
SPÖ-Abgeordnete Julia Herr betonte, dass diese Maßnahme die Konsumentinnen und Konsumenten stärken würde. Indem man die "versteckte Teuerung" sichtbar macht, könne man "selbstbewusste Entscheidungen" bei Konsumentinnen und Konsumenten fördern. Markus Hofer von den NEOS ergänzte, das Ziel sei, Shrinkflation für Unternehmen so unattraktiv zu machen, dass sie nicht mehr passiert. Abgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli von der ÖVP sah das Gesetz differenziert. Aus wirtschaftsliberaler Perspektive sei Transparenz nämlich "kein Allheilmittel", trotzdem könne man diese Maßnahme guten Gewissens "verkraften", wie sie sagte. Die Grünen begrüßten den Schritt gegen Mogelpackungen, erklärte Abgeordnete Alma Zadić. Sie forderte allerdings mehr Maßnahmen, um Lebensmittel leistbarer zu machen.
Arnold Schiefer (FPÖ) erwartete hingegen ein Mehr an Administration. Auch seine Parteikollegin Barbara Kolm sprach sich gegen das Gesetz sowie dafür aus, Konsumenten mehr Eigenverantwortung zuzutrauen. Sie befürchtete "mehr Kontrolle, mehr Verwaltung, mehr Bürokratie".
Der Handel muss ab April darauf hinweisen, wenn bei gleicher Verpackungsgröße weniger Füllmenge im Produkt ist.