News 28.09.2026, 17:23
Sondersitzung

Nationalrat gibt grünes Licht für erweiterte Spritpreisbremse

Mit einer Senkung der Mineralölsteuer und einer Margenbegrenzung für Mineralölkonzerne und Tankstellen wollen die Regierungsparteien Diesel und Benzin im Oktober und November um 12 Cent verbilligen.

Bereits im März hat der Nationalrat in Reaktion auf die gestiegenen Ölpreise durch den Iran-Krieg eine "Spritpreisbremse" beschlossen. Seither werden die Zusatzeinnahmen aus der Mehrwertsteuer, die der Staat durch die höheren Spritpreise lukriert, in Form einer Senkung der Mineralölsteuer an die Konsumentinnen und Konsumenten rückerstattet. Gleichzeitig wurden Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber verpflichtet, Preissenkungen an den internationalen Rohölbörsen an der Zapfsäule weiterzugeben. Bis Ende Mai galt zudem eine zusätzliche Margenbeschränkung für die Mineralölwirtschaft im Ausmaß von 5 bzw. 2,5 Cent je Liter.

Aufgrund der Entwicklung an den Rohölmärkten spielte die Spritpreisbremse in den Sommermonaten keine große Rolle mehr. Da die Preise für Benzin und Diesel zuletzt aber wieder deutlich gestiegen sind, hat der Nationalrat auf Initiative der Koalitionsparteien eine erweiterte Bremse beschlossen. Um bis zu 6,7 Cent je Liter darf Finanzminister Markus Marterbauer demnach die Mineralölsteuer in den Monaten Oktober und November per Verordnung senken, und zwar unabhängig davon, ob das durch zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen gedeckt ist. Außerdem wird es laut ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl wieder eine Margenbeschränkung für die Mineralölwirtschaft von 3,5 Cent je Liter geben. Unter Einrechnung des Mehrwertsteuereffekts könnte das die Benzin- und Dieselpreise in den kommenden beiden Monaten um 12 Cent je Liter verbilligen. Es sei wichtig, die Inflation zu dämpfen, machten ÖVP, SPÖ und NEOS in der Debatte geltend.

In Kraft tritt die vom Nationalrat beschlossene Novelle zum Mineralölsteuergesetz mit 1. Oktober. Der Bundesrat hat dafür am Dienstag - ebenfalls in einer Sondersitzung - grünes Licht gegeben.

Die erweiterte Spritpreisbremse erhielt im Nationalrat nur die Zustimmung der Koalitionsparteien.

FPÖ pocht auf Abschaffung der CO2-Steuer

Der FPÖ geht die Bremse allerdings zu wenig weit: Sie plädierte dafür, die CO2-Steuer abzuschaffen und die Mineralölsteuer – auch für Heizöl – zu halbieren. Nach Meinung von Finanzminister Markus Marterbauer würde das jedoch ein Loch von 4 Mrd. € ins Budget reißen. Die Grünen sprachen sich dafür aus, Energiekonzerne stärker zur Kasse zu bitten und so rasch wie möglich aus fossiler Energie auszusteigen, statt klimaschädliche Subventionen weiter auszubauen.

In Kraft treten soll die vom Nationalrat beschlossene Novelle zum Mineralölsteuergesetz mit 1. Oktober. Davor muss allerdings der Bundesrat noch grünes Licht geben: Er hat für Dienstagnachmittag eine Sitzung anberaumt.

Diskutiert haben die Abgeordneten in der Sondersitzung des Nationalrats außerdem über die angestrebte Klimaneutralität bis 2040 sowie die Forderung der FPÖ, Museums-, Opern- und Theaterbesuche für Schulen zu fördern. Beschlüsse dazu wurden allerdings nicht gefasst.