Um den vorherrschenden "Pflegepersonalnotstand" zu bekämpfen, spricht sich die SPÖ in ihrem im Nationalrat eingebrachten und an den Bundeskanzler adressierten Dringlichen Antrag für die Verbesserungen von Arbeits- und Ausbildungsbedingungen aus. Konkret fordern die Sozialdemokrat:innen unter anderem zumindest 3.000 zusätzliche Ausbildungsplätze, ein Ausbildungsgehalt sowie eine Arbeitsplatzgarantie. Die Arbeitsbedingungen sollen etwa durch eine verbesserte Personalbedarfsplanung oder durch eine schrittweise Arbeitszeitreduktion attraktiviert werden.
Die bisher von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen hätten ihr Ziel verfehlt, weshalb geschlossene Stationen und unbelegte Betten in Österreich längst "bittere Realität" seien, kritisiert die SPÖ in ihrem bei der Abstimmung in der Minderheit gebliebenen Antrag.
Staatssekretärin Claudia Plakolm konnte den SPÖ-Forderungen wenig abgewinnen. Laut Plakolm würde etwa eine Arbeitszeitverkürzung die Personalsituation im Pflegebereich verschärfen. Für Gesundheitsminister Johannes Rauch wird es ohne Pflegekräfte von außen später keine angemessene Pflege geben. Grundsätzlich seien genug Ausbildungsplätze vorhanden. Es gehe darum, die Menschen zu aktivieren, die vorhandenen Plätze anzunehmen.
ÖVP und Grüne verwiesen auf die seitens der Bundesregierung in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen, bei denen sich die SPÖ nur mäßig beteiligt habe. Laut FPÖ handelt es sich bei den Forderungen um eine Selbstanklage der SPÖ, da Pflege Ländersache sei. Die NEOS plädieren für "echte Verbesserungen" anstatt "Showpolitik".