News 07.07.2026, 14:00
Digitale Transformation des Staates

Studie zeigt Möglichkeiten zur Stärkung der digitalen Souveränität

Endbericht über die digitale Transformation der Verwaltung ist ab sofort auf der Website des Parlaments verfügbar.

Das Parlament hat vergangenen Oktober beim Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine Studie zur digitalen Transformation der Verwaltung beauftragt. Nun liegt der Endbericht vor, der ab sofort im Webportal des Parlaments zum Download zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Pensionierungswelle im Öffentlichen Dienst sowie geopolitischer Entwicklungen, die zunehmend technologische Abhängigkeiten aufzeigen, wurde in den vergangenen Monaten der Frage nachgegangen, was notwendig ist, um die staatliche Kontrolle über digitale Technologien und Daten zu sichern, Abhängigkeiten zu reduzieren und die Selbstbestimmung und Souveränität im digitalen Raum zu fördern.

Digitale Transformation: Fördern, kooperieren und Menschen einbinden

Der Bericht präsentiert mehrere Handlungsoptionen für das Parlament und die öffentliche Verwaltung. Die Förderung digitaler Souveränität könne bestehende Abhängigkeiten von marktbeherrschenden Systemen reduzieren, wird demnach argumentiert. Dafür brauche es klare Strategien, rechtliche Rahmenbedingungen und gezielte Förderung von Open-Source-Technologien. Diese sollen nicht nur die Resilienz der öffentlichen Infrastruktur stärken, sondern auch den österreichischen und europäischen Wirtschaftsstandort voranbringen.

Für eine erfolgreiche digitale Transformation in einer föderal organisierten Verwaltung sei Kooperation über die Verwaltungsebenen und die Ressortgrenzen hinweg wichtig. So könnten Synergien geschaffen, Ressourcen gebündelt und Insellösungen vermieden werden. Wichtig sei auch, die Menschen bei diesem Prozess einzubinden. So sei die frühzeitige Einbindung von Mitarbeitenden ebenso förderlich wie die Berücksichtigung der Lebensrealitäten der Bürgerinnen und Bürger.

Der Beirat für Foresight und Technikfolgenabschätzung des Parlaments holt regelmäßig Expertisen wie diese zu neuen technologischen Entwicklungen und ihren möglichen Folgen ein. Zuletzt geschah dies zu den Chancen und Risiken generativer KI.

Die Einführung und Nutzung von KI, Algorithmen und Datenanalysen in der Verwaltung erfordere eine umfassende Begleitung, Evaluierung und demokratische Kontrollmechanismen. So könnten Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und effektiver Ressourceneinsatz gewährleistet werden. Schließlich könne das öffentliche Beschaffungswesen durch klare Leitlinien und Standards eine Schlüsselrolle spielen, um verantwortungsvollen und sicheren KI-Einsatz zu fördern.

Strategische Schritte zur Stärkung der digitalen Souveränität

Im Bereich der digitalen Souveränität würden Österreich und Europa das Ziel verfolgen, durch digitale Souveränität Unabhängigkeit gegenüber außereuropäischen Akteuren zu erreichen, sensible Daten zu schützen, wirtschaftliche Innovation zu stärken und nachhaltige und resiliente Infrastrukturen zu schaffen. Die Autorinnen und Autoren plädieren hier für eine strategische Koordination zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie die Entwicklung interoperabler Lösungen.