"Klare Worte - Barikane alava - Jasne riči. Sichtbar werden – präsent bleiben" lautete der Titel der ersten Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Literatur am Ring". Anlässlich des vor 50 Jahren beschlossenen Volksgruppengesetzes rückt die Veranstaltungsreihe die Volksgruppen ins Zentrum. Bei der ersten von drei geplanten Lesungen in der Parlamentsbibliothek diskutierten Akteurinnen und Vertreter der Roma sowie der Burgenländischen Kroaten über Sichtbarkeit und Präsenz aus historischer und aktueller Perspektive.
Veranstaltungsreihe stärkt Sichtbarkeit und Präsenz der Volksgruppen
Klare Worte aussprechen
Offen zu sein und Öffentlichkeit zu schaffen, sei eines der zentralen Anliegen dieser Veranstaltungsreihe im Parlament, sagte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. Denn damit werde ein Raum geschaffen, in der eben diese "klaren Worte" ausgesprochen werden und sich Gehör verschaffen können.
Klare Worte fand die Romni Ceija Stojka in ihrem 1988 veröffentlichten Buch "Wir leben im Verborgenen". Sie berichtete darin von ihren Erlebnissen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Bergen-Belsen, die sie als Roma-Kind hatte ertragen müssen. Die Veröffentlichung ihrer Schilderungen bedeutete für Romnja und Roma in Österreich den Beginn der öffentlichen Anerkennung. Ihre Schwiegertochter Gabriela Stojka teilte bei der Veranstaltung im Parlament mit dem Publikum ihre persönlichen Erinnerungen an diese starke Persönlichkeit.
Gabriela Stojka setzt sich als Bildungsarbeiterin dafür ein, die Geschichte ihrer im Jahr 2013 verstorbenen Schwiegermutter Ceija Stojka weiterzugeben.