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Ausstellungseröffnung am Heldenplatz zu 100 Jahren Frauenwahlrecht

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Vor 100 Jahren zogen erstmalig acht Frauen in die Konstituierende Nationalversammlung des österreichischen Parlaments ein, nachdem im Jahr 1918 die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen wurden. Unter dem Titel "Gleiche Rechte - 100 Jahre Wahlrecht für Frauen" widmet das Parlament nun diesen Pionierinnen eine Ausstellung am Heldenplatz, die am Internationalen Frauentag offiziell eröffnet wurde.

Die ersten weiblichen Parlamentarierinnen, deren Porträts nun in einer Art "Wandzeitung" präsentiert werden, haben bewiesen, dass es sich lohnt, für die Sache der Gleichberechtigung zu kämpfen, betonte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Wie schon bei der Ausstellung zum 100-jährigen Republiksjubiläum, die ein großer Erfolg war und täglich von über 500 Personen besucht wurde, wolle man damit nun erneut ein sehr wichtiges Thema in das kollektive Bewusstsein rücken.

Wir sollten uns diese acht Frauen zum Vorbild nehmen, erklärte die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures, denn sie hätten gezeigt, was möglich ist, wenn sich Frauen in aller Geschlossenheit und Konsequenz für eine Verbesserung der Lebensumstände einsetzen. Auch nach Auffassung von Anneliese Kitzmüller, der Dritten Nationalratspräsidentin, gebe es noch in vielen Bereichen Luft nach oben. Es brauche insbesondere mehr Wertschätzung für alle Frauen, egal für welches Lebensmodell sie sich entscheiden, denn alle Tätigkeiten seien gleich viel wert.

Auf den zehn Standrahmen werden die ersten acht Parlamentarierinnen sowie die spätere Bundesratspräsidentin Olga Rudel-Zeynek - weltweit die erste Frau an der Spitze einer gesetzgebenden Körperschaft - porträtiert. Die Protaganistinnen aus verschiedenen politischen Lagern – Anna Boschek, Hildegard Burjan, Emmy Freundlich, Adelheid Popp, Gabriele Proft, Therese Schlesinger, Amalie Seidel, Maria Tusch und Olga Rudel-Zeynek – waren die Wegbereiterinnen dafür, dass Frauen zu einem entscheidenden Faktor in der Politik geworden sind.

Bereits am Vorabend des Weltfrauentages, knapp 100 Jahre nachdem die ersten acht Frauen ins Parlament eingezogen sind, wurden die ersten acht Reden dieser Pionierinnen im Parlament verlesen. Die ersten Worte der Abgeordneten Hildegard Burjan, Anna Boschek, Emmy Freundlich, Adelheid Popp, Gabriele Proft, Therese Schlesinger, Amalie Seidel und Maria Tusch erinnerten hundert Jahre nach ihren ersten Debatten in der Konstituierenden Nationalversammlung noch einmal an die damalige politische Lage der jungen Republik sowie an die Themen, denen sich die Abgeordneten als Erstes gewidmet hatten. Verlesen wurden sie in der Reihenfolge, in der sich die damaligen Abgeordneten erstmals zu Wort gemeldet hatten (zwischen 1919 und 1920).

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