Parlament gedachte der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren
Es sei wichtig, das Gedenken an die Opfer der Shoah in die Zukunft zu tragen. Nicht nur unermüdlich daran zu erinnern, was damals geschah, sondern auch darauf aufmerksam zu machen, wohin Hass und Hetze letzten Endes führen können. Das war der allgemeine Tenor bei der Veranstaltung des Parlaments zum Internationalen Holocaust-Gedenktag. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka hatte gemeinsam mit Bundesratspräsident Robert Seeber in die Wiener Börsesälen geladen, um insbesondere des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu gedenken.
Gedenken mache nur Sinn, wenn es zu konkreten Handlungen im Alltag führe, hob Sobotka in seiner Rede hervor. Es liege an jedem einzelnen, mit klarer Haltung gegen Antisemitismus aufzustehen und antidemokratischen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten. Man dürfe Hetze und Erniedrigung nicht ignorieren, steht auch für Seeber fest. Die Historikerin Martha Keil sieht die Diffamierung von Flüchtlingen und den aggressiven Diskurs in den Sozialen Medien als Alarmsignal und warnte vor sich allmählich verschiebenden moralischen Grenzen. Dass Österreich und Europa 75 Jahre nach Ende der Shoah noch immer nicht von Judenhass befreit sind, wertete Benjamin Nägele, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, als beschämend.
Bereits im Vorfeld des Gedenktags hatte Sobotka im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Polen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht und dabei an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung appelliert.
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