News in einfacher Sprache 09.04.2026, 14:39

Beim Internationalen Roma-Tag ist es um Hass im Netz gegangen

Beim diesjährigen Internationalen Roma‑Tag im Parlament ist es vor allem um den Schutz von Minderheiten vor immer mehr Hass im Internet gegangen. Ausgrenzung, Vorurteile und Hass haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Das hat der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner in seiner Eröffnungsrede gesagt. Er hat auch betont, dass es klare Regeln gegen Hass im Internet geben muss.

Eigentlich sollte Diskriminierung heute kein Thema mehr sein. Trotzdem habe der Hass gegen Roma durch soziale Medien zugenommen, haben Emmerich Gärtner‑Horvath und Andreas Sarközi vom Volksgruppenbeirat der Roma erklärt. Sie haben gesagt, dass es oft zu wenige rechtliche Möglichkeiten gegen Täterinnen und Täter gibt. Außerdem reagieren Internetplattformen oft zu langsam oder gar nicht. Auch Beweise sind schwer zu bekommen, Anzeigen dauern lange und es fehlen gute Möglichkeiten, Hass im Netz zu melden.

Emmerich Gärtner-Horvath und Andreas Sarközi vom Volksgruppenbeirat der Roma haben auf Deutsch und Romanes gesprochen.

Volksgruppensprecherinnen und -sprecher sagen ihre Meinung

In einem Gespräch im Parlament mit den Sprecherinnen und Sprechern für Volksgruppen hat Bundesratsmitglied Klemens Kofler von der FPÖ gesagt, dass Roma und Sinti ein Teil Österreichs seien. Sie würden einen wertvollen Beitrag für die Republik leisten.

Agnes Totter von der ÖVP ist der Meinung, dass die neuen Gesetze gegen Hass im Internet ein Anfang seien. Sie hat aber auch gemeint, dass es noch weitere Maßnahmen geben müsste.

Pia Maria Wieninger von der SPÖ ist dafür, dass es schon früh in der Schule Bildung gegen Rassismus und Hass gegen Roma und Sinti geben müsse.

Michael Bernhard von den NEOS hat gesagt, dass die Politik auf verschiedenen Ebenen gegen Hass gegen Roma und Sinti vorgehen muss — politisch, rechtlich und in der Gesellschaft.

Olga Voglauer von den Grünen sieht einen Stillstand in der Volksgruppen-Arbeit der Politik. Sie ist für eine Erhöhung der Volksgruppenförderung, für ein Verbandsklagerecht und für eine rasche Errichtung eines Roma-Denkmals.

In einer Interviewrunde haben die Volksgruppensprecherinnen und -sprecher der Parlamentsparteien ihre Meinung gesagt.

Brodnig: Plattformen müssen Verantwortung übernehmen

Die Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig hat in ihrer Hauptrede über Hass und Diskriminierung gegen Roma im Internet gesprochen. Sie hat Beispiele von Beiträgen auf digitalen Plattformen gezeigt, die gezielt Wut auslösen sollen. Solche Beiträge nennt man "Ragebait". Sie gehen oft auf Kosten von Minderheiten und bekommen viele Reaktionen, weil sie provozieren.

Brodnig ist der Meinung, dass man die Internetplattformen dazu bringen müsse, dass sie Verantwortung übernehmen. Es sei zum Beispiel sehr schwierig, entsprechende Beiträge zu melden und überprüfen zu lassen.

Der Schutz vor Diskriminierung sei aber auch die Aufgabe jeder einzelnen Person. Man müsse das Gespräch suchen und diskriminierenden Postings widersprechen, hat Ingrid Brodnig betont.