News in einfacher Sprache 07.12.2023, 22:47

Bundesrat: Beschlüsse rund um das Budget

Bundesrat stimmt Budgetbegleit-Gesetz zu

Der Bundesrat stimmte vielen Gesetzen zu, die das Budget betreffen. Man nennt sie auch Budgetbegleit-Gesetze. 

Das Budgetbegleit-Gesetz bringt unter anderem:

  • Eine Senkung des Beitrags der Arbeitslosenversicherung um 0,1 %
  • Vorübergehende Umsatzsteuer-Befreiung für kleine Photovoltaik-Anlagen
  • Eine Erhöhung der Dienstgeber-Abgabe für geringfügig Beschäftigte
  • Deutlich mehr Fördermittel für den Umstieg auf klimafreundliche Heizanlagen und thermische Sanierungen

Die Regierung möchte außerdem 100 zusätzliche Stellen für Kassenärzt:innen finanzieren.

Klinisch-psychologische Behandlungen soll man in Zukunft über die Krankenkasse abrechnen können.

In einem speziellen Gesetz geht es um die Rehabilitierung und Entschädigung von Personen, die nach 945 wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sexualkontakte strafrechtlich verfolgt oder verurteilt wurden. Rehabilitierung bedeutet, dass die Urteile aufgehoben werden.

Aktuelle Stunde zur Zukunft der Landesverteidigung

Die Sitzung des Bundesrats startete mit einer Aktuellen Stunde. Hier konnten die Mitglieder des Bundesrats Verteidigungsministerin Klaudia Tanner Fragen stellen. Klaudia Tanner sprach vor allem über Ausgaben für das Bundesheer, vor allem für die österreichischen Luftstreitkräfte. Sie sprach auch über den Beitritt Österreichs zum europäischen Luftverteidigungs-System Sky-Shield.

Bahnausbau, Lohnsteuer und Pensionseingriffe

Die Mitglieder des Bundesrats stimmten auch hier zu:

  • Dem Progressions-Abgeltungs-Gesetz: Hier soll unter anderem die Grenze, ab der man Lohnsteuer zahlen muss, angehoben werden.
  • Pensionseingriffe bei einem Teil der Bediensteten der OeNB und den ehemaligen Bediensteten der AUA
  • Ausgaben für den Ausbau der Bahnstrecken und Bahn-Infrastruktur
  • Förderung des Personen-Nahverkehrs und des Personen-Fernverkehrs

Förderung der Halbleiter-Produktion

Die Fertigung von Halbleitern kann nun von der Regierung in den nächsten acht Jahren gefördert werden. Das hängt mit dem europäischen Chip-Gesetz zusammen. Es werden dafür bis zu 2,8 Milliarden Euro bereitgestellt, davon 150 Millionen Euro im kommenden Jahr.

Höhere Kostenbeteiligung bei der Instandsetzung jüdischer Friedhöfe

In Zukunft wird sich der Bund mehr an den Kosten der Instandsetzung jüdischer Friedhöfe beteiligen. Bis zu 75 % der Kosten werden demnach in Zukunft übernommen.

National-Fonds soll für die Zukunft ausgerichtet werden

Der National-Fonds soll für die Zukunft ausgerichtet werden. Im National-Fonds liegt Geld, das für Projekte zur Unterstützung für Opfer des Nationalsozialismus vorgesehen ist. Beim Kunstrückgabe-Gesetz gibt es Änderungen. Sie betreffen die Datenverarbeitung und die Akteneinsicht beim National-Fonds.

Mehr Geld für Rettung und Zivilschutz

Rettungsorganisationen und der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) haben immer höhere Anforderungen. Daher sollen sie in Zukunft Zweckzuschüsse und Zuwendungen von insgesamt 22 Millionen Euro pro Jahr bekommen.

Mehr Geld für hochwertigen Journalismus

Hochwertiger Journalismus soll besser gefördert werden. Pro Jahr sollen dafür 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Gedruckte Medien wie Zeitungen und Magazine sollen diese Förderung bekommen. Unter bestimmten Voraussetzungen soll es aber auch Geld für Online-Medien geben.

Sonstige Themen

Die Mitglieder des Bundesrats befassten sich auch mit diesen Themen:

  • Melde-Gesetz
  • Personenstands-Gesetz
  • Namenänderungs-Gesetz
  • Nachbesserungen beim Pflegebonus für Angehörige
  • Nachtschwerarbeits-Beitrag
  • Grundversorgung

Dringliche Anfrage der SPÖ zu leistbarem Wohnen

Die SPÖ brachten das Thema leistbares Wohnen ein. Sie forderten, dass sämtliche Mieten bis Ende 2025 nicht steigen.

Ebenfalls forderten sie die Einführung eines einheitlichen, transparenten neuen Mietrechts. Sie stellten eine Dringliche Anfrage an Bundeskanzler Karl Nehammer. Darin fragten sie, welche Maßnahmen die Bundesregierung in diesem Bereich setzen möchte. Staatssekretärin Claudia Plakolm vertrat den Bundeskanzler und beantwortete statt ihm die Fragen.