News in einfacher Sprache 17.09.2026, 16:23

Verbot von Sozialen Medien: Kommt das Gesetz von EU oder Regierung?

Es soll ein Verbot von Sozialen Medien für Kinder und Jugendliche geben. Die EU-Kommission und die österreichische Regierung arbeiten an unterschiedlichen Gesetzes-Plänen. Wie geht es damit weiter?

Im Juli hat die österreichische Regierung ein Verbot von Sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren vorgeschlagen. Der Gesetzes-Entwurf ist gerade in Begutachtung.

Jetzt hat auch die EU-Kommission einen Vorschlag vorgelegt. Das EU-Gesetz soll "Kids Act" heißen.

Ursula von der Leyen und Henna Virkkunen haben den Vorschlag am Donnerstag vorgestellt. Von der Leyen ist die Präsidentin der EU-Kommission, Virkkunen ist die zuständige EU-Kommissarin.

Hier erfahren Sie, wie sich die beiden Vorschläge unterscheiden.

Der österreichische Vorschlag

Die Regierung will verbieten, dass Kinder unter 14 Jahren Zugang zu Sozialen Medien haben. Davon sind Websites betroffen, auf denen man Videos teilen kann, wie zum Beispiel:

  • TikTok
  • Instagram
  • Snapchat
  • Youtube

Die Regierung will damit Websites einschränken, die süchtig machen können.

Für die Anmeldung auf solchen Websites soll man dann nachweisen, dass man alt genug ist. Die Kontrolle sollen nicht die Websites selbst machen, sondern andere Anbieter wie ID Austria.

Staatssekretär Alexander Pröll hat in den Medien gesagt: Er findet den Vorschlag der EU gut. Er möchte aber beim Plan der Regierung bleiben.

Der Gesetzes-Vorschlag zum Verbot von Sozialen Medien für unter 14‑Jährige ist gerade in Begutachtung. Sie können noch bis 21. September Ihre Meinung dazu sagen.

Der Vorschlag der EU

Das Gesetz der EU soll "Kids Act" heißen. Das Europäische Parlament sieht sich den Vorschlag gerade an.

Geplant ist ein Verbot von Sozialen Medien für Kinder unter 13 Jahren. Es soll in der ganzen EU gelten.

Das Verbot soll folgende Anwendungen betreffen:

  • Soziale Medien
  • Video-Websites
  • Videospiele im Internet
  • KI-Programme wie Chat-Bots

Für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren ist geplant, dass sie Soziale Medien eingeschränkt nutzen dürfen. Dafür soll es folgende Voraussetzungen geben:

  • Die Erziehungsberechtigen erstellen das Profil und können es kontrollieren.
  • Jugendliche dürfen die Websites höchstens 1 Stunde pro Tag nutzen.
  • Jugendliche können nur begrenzten Kontakt zu anderen Profilen auf den Websites haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Hat das EU-Recht Vorrang? Es gibt 3 Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte.

Möglichkeit 1: Österreich beschließt das Gesetz

Der österreichische Vorschlag liegt seit Juli bei der EU-Kommission. Diese muss den Vorschlag prüfen. Sie kann bis Ende Oktober etwas gegen den Vorschlag sagen.

Wenn die EU-Kommission keinen Einwand hat, kann der Nationalrat das Gesetz beschließen.

Dann könnte das Verbot von Sozialen Medien ab 1. Jänner 2027 gelten. So hat es die Regierung vorgesehen.

Möglichkeit 2: EU fordert Überarbeitung

Die EU-Kommission kann bis Ende Oktober fordern, dass Österreich den Vorschlag überarbeitet. Dann muss die Regierung einen neuen Vorschlag an die EU schicken.

Damit könnte sich das Verbot verzögern.

Möglichkeit 3: EU blockiert das Gesetz

Die EU-Kommission kann auch sagen: Österreich muss die Arbeit am Gesetz für 12 bis 18 Monate unterbrechen. Das ist möglich, wenn die EU gerade an Vorgaben für den gleichen Bereich arbeitet.

So könnte die EU das österreichische Gesetz blockieren, bis die EU-Regelung gilt.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

Jetzt reinhören