News in einfacher Sprache 16.07.2024, 16:46

Viele Wahlen auf der ganzen Welt

Insgesamt gibt es heuer 74 Parlaments-Wahlen. 57 Parlamente werden direkt gewählt. Die Bevölkerung wählt also direkt die Parteien in die Parlamente.

Bei 17 Parlamenten gibt es indirekte Wahlen: Die Bevölkerung wählt Vertreter:innen, die dann das Parlament wählen.

Die Inter-Parlamentarische Union (IPU) ist ein Zusammenschluss von fast allen Parlamenten der Welt. Sie betreibt die Plattform Plattform Parline (Sprache: Englisch). Dort findet man alle Wahltermine und die unterschiedlichen Wahlsysteme.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

In den meisten Ländern gibt es Verhältnis-Wahlrecht

In Österreich haben wir ein Verhältnis-Wahlrecht. Eine Partei bekommt so viel Prozent der Sitze im Parlament wie sie Stimmen bekommen hat.

Die Daten der IPU zeigen: Das wird in vielen Ländern so gemacht.

In manchen Ländern hat das Parlament zwei Kammern. Die erste Kammer kann man mit unserem Nationalrat vergleichen. Manche Parlamente haben nur eine Kammer. In 77 von 193 Parlamenten weltweit gilt für die erste Kammer oder die einzige Kammer das Verhältnis-Wahlrecht.

Das zweithäufigste Wahlsystem ist das Mehrheits-Wahlrecht. Es gilt in 63 Ländern. Dabei gibt es unterschiedliche Wahlkreise. Aus jedem Wahlkreis bekommt die Person mit den meisten Stimmen einen Sitz im Parlament.

  • 36 Länder haben gemischte Wahlsysteme.
  • 7 weitere Länder fasst die IPU unter "andere Systeme" zusammen.
  • Für 7 andere Länder hat die IPU keine Informationen. Dazu gehören zum Beispiel China und Syrien.
  • 3 Staaten sind derzeit von der IPU ausgeschlossen: Afghanistan, Myanmar und Sudan. Sie werden in den Daten nicht mitgezählt.

In den meisten Ländern gibt es die Listenwahl: Man kreuzt auf einer vorgefertigten Wahlliste eine Partei an.

Litauen: gemischtes System

In Litauen hat das Parlament eine Kammer, die Seimas heißt. Die Mitglieder werden für 4 Jahre gewählt.

Am 13. Oktober findet die erste Runde der Wahl statt. Dabei gibt es eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältnis-Wahlrecht.

Im Seimas gibt es 141 Sitze. Für 71 Sitze davon zählen die Wahlkreise. Jeder Wahlkreis bekommt einen Sitz im Seimas.

Für die anderen 70 Sitze gilt das Verhältnis-Wahlreicht. Jede Partei bekommt so viel Prozent der Sitze wie sie Stimmen bekommen hat.

Wählen dürfen Litauer:innen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Wenn man kandidieren möchte, muss man 25 Jahre oder älter sein.

Die Wahl ist nur gültig, wenn es mindestens 25 Prozent Wahlbeteiligung gibt.

Namibia: Verhältnis-Wahlrecht

In Namibia findet am 27. November die Präsidentschafts-Wahl statt. Gleichzeitig wird auch die National-Versammlung gewählt, die erste Kammer des Parlaments.

Die National-Versammlung hat 96 Sitze, die Mitglieder werden für 5 Jahre direkt gewählt. Außerdem gibt es 8 weitere Mitglieder, die nicht stimmberechtigt sind. Der oder die Präsident:in ernennt sie.

Es gibt 121 Wahlkreise. Dort wird mit Listenwahl gewählt und es gilt das Verhältnis-Wahlrecht. Die Sitze werden also nach dem Anteil der Stimmen aufgeteilt.

Wählen dürfen Staatsbürger:innen ab 18 Jahren. Sie müssen sich vor der Wahl registrieren. Wenn man kandidieren möchte, muss man mindestens 21 Jahre alt sein.