News in einfacher Sprache 05.06.2024, 14:55

Weltumwelttag: Klimawandel verstehen und mitreden können

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagt, dass wir schnell handeln müssen. Im Jahr 2023 hat es neue Temperaturrekorde gegeben. Es hat hohe Lufttemperaturen und mehr Waldbrände gegeben, und die Meere sind wärmer geworden. Im Jahr 2015 haben sich 197 Staaten beim Übereinkommen von Paris 2015 darauf geeinigt, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um höchstens 2 Grad steigen soll. Möglichst soll sie nur um 1,5 Grad steigen.

Klimawandel und Klimaschutzrecht sind Themen in vielen verschiedenen Bereichen. Es gibt viele Gesetze, die hier greifen. Aber auch politisch sind verschiedene Stellen zuständig. Für bestimmte Dinge ist der Bund zuständig. Zum Beispiel für "Luftreinhaltung" und die "Umweltverträglichkeitsprüfung". Für andere Dinge sind die Länder zuständig. Zum Beispiel für das Baurecht und die Raumplanung.

Was genau heißt Klimaneutralität und CO2-Emissionshandel?

Klimaneutralität heißt: Man misst die Treibhausgase, die schlecht für das Klima sind. Dann versucht man den Ausstoß zu vermeiden oder woanders einzusparen. Treibhausgase sind Gase, die die Atmosphäre aufwärmen. Wenn die Luft wärmer wird, kann sie mehr Wasserdampf aufnehmen. Dann kann es mehr Regen geben. Das größte Problem ist Kohlendioxid. Aber zu den Treibhausgasen gehören auch Methan, Lachgas, Fluor-Kohlenwasserstoffe, Ozon und Ruß.

Österreich will bis 2040 klimaneutral sein, also Treibhausgase vermeiden oder ausgleichen. Die Europäische Union will das bis 2050 erreichen. Man kann Klimaneutralität erreichen, indem man die schädlichen Gase vermeidet. Man kann den Ausstoß von Gasen aber auch ausgleichen. Das führt zum CO2-Emissionshandel.

Der CO2-Emissionshandel ist eine Möglichkeit, Preise für den Ausstoß von CO2 festzulegen. Das funktioniert so: Das Umweltministerium gibt Unternehmen Zertifikate. Darin steht, wie viel CO2 das Unternehmen produzieren darf. Wenn ein Unternehmen weniger Treibhausgase produziert, kann es Zertifikate verkaufen. Wenn es mehr Treibhausgase produziert, muss es mehr Zertifikate kaufen. Es sollen jedes Jahr weniger Treibhausgase erlaubt werden. So kann Österreich etwas beitragen, dass das EU-Ziel der Klima-Neutralität soll bis 2050 erreicht wird.

Es ist wichtig, dass man den Ausstoß von Treibhausgasen messen und vergleichen kann. Deshalb macht das Umweltbundesamt jedes Jahr eine Emissionsinventur. Das heißt, es wird genau untersucht, wer in welchen Bereichen schädliche Gase produziert.

Auch in Europa gibt es Emissionshandel

Die Abkürzung für den Emissionshandel in Europa ist EU-ETS. Er funktioniert so: Unternehmen können Emissionszertifikate kaufen. Ein Zertifikat berechtigt das Unternehmen, eine Tonne CO2-Äquivalent auszustoßen. Das ist eine Maßeinheit, damit man einheitlich etwas über die Wirkung von verschiedenen Treibhausgasen sagen kann. CO2-Äquivalent drückt aus: Welche Wirkung hat eine bestimmte Menge eines Treibhausgases im Vergleich zu CO2?

Die Zertifikate werden versteigert. Die Einnahmen gehen an die Mitgliedstaaten der EU. Einen Teil der Zertifikate bekommen Unternehmen kostenlos. Die EU legt jedes Jahr fest, wie viele Zertifikate sie verteilt. Diese Zahl sinkt jedes Jahr.

Welche Gesetze schützen das Klima in Österreich?

Das Klimaschutzgesetz sagt, wie viel Treibhausgase jeder Sektor ausstoßen darf. Sektoren sind zum Beispiel Energie und Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude. Aber das Gesetz hat nur die Zeit bis zum Jahr 2020 umfasst. Seither gibt es in Österreich keine Klimaziele, die man nach dem Gesetz einhalten muss. Aber wenn das EU-Ziel nicht erreicht wird, muss Österreich Zertifikate kaufen. Diese Zertifikate sollen ausgleichen, dass das Ziel nicht erreicht worden ist. 80 Prozent der Kosten für die Zertifikate müsste der Bund zahlen und 20 Prozent die Bundesländer.

Im Ökostromgesetz steht, wie viel Strom Österreich aus erneuerbaren Energien produzieren muss. Zu den erneuerbaren Energien gehören Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Biogas und Fotovoltaik. Der Nationalrat muss jedes Jahr einen Bericht bekommen, ob die Ziele erreicht worden sind.

Im Emissionszertifikategesetz steht die genaue Zahl der Zertifikate, die Unternehmen bekommen dürfen. Diese Zahl legen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union fest. Es soll jedes Jahr weniger Zertifikate geben.

Das Europäische Klimaschutzgesetz

Im Jahr 2021 haben die Mitgliedsländer der EU ein Klimaschutzgesetz beschlossen. Der wichtigste Punkt in diesem Gesetz ist der Green Deal. Das heißt: Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden.

Österreich muss dazu auch einen Beitrag leisten. Welchen? Das weiß man noch nicht. Der österreichische Beitrag müsste im "Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP)" stehen. Das ist aber nicht der Fall. Österreich hat bis Ende Juni Zeit, seinen Beitrag zu nennen. Als letztes Land der EU. Alle anderen Länder haben schon festgelegt, was sie tun wollen.

17 Ziele für ein gutes Leben

Für die ganze Welt gibt es die "Agenda 2030". Alle 193 Mitgliedstaaten haben zugestimmt. Dort stehen 17 Ziele für eine langfristig gute Entwicklung auf der Erde. In diesen Zielen geht es um das Zusammenleben der Menschen, um die Umwelt und um die Wirtschaft.

Hier hört die Politik zu

Die Politik braucht das Wissen von Expert:innen. Das sind Wissenschaftler:innen an verschiedenen Universitäten oder beim Kompetenzzentrum GeoSphere Austria. Dieses hat früher Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) geheißen.

Außerdem sind auch diese zwei Einrichtungen wichtig:

  • Das Umweltbundesamt

Beim Umweltbundesamt arbeiten seit 1985 fast 600 Expert:innen an Plänen und Maßnahmen für den Klimaschutz. Sie berechnen zum Beispiel, wie viele Treibhausgase in die Atmosphäre kommen und schreiben Klimaberichte. Die Gesellschaft gehört der Republik Österreich.

  • Das Climate Change Centre Austria (CCCA)

Dass CCCA ist ein ein Forschungs-Netzwerk aus 26 Einrichtungen. Es bringt die verschiedenen Einrichtungen zur Klimaforschung und Klimafolgenforschung zusammen. Der nächste Bericht erscheint 2025.