Parlamentskorrespondenz Nr. 222 vom 15.04.1997
POLITIKER UND BEHINDERTE KINDER PRODUZIEREN "COLORS IN PARLIAMENT"
Wien (PK) - "Begegnung" lautet der Titel eines in kräftigen Farben gehaltenen Aquarells, das Nationalratspräsident Dr. Heinz FISCHER heute gemeinsam mit ANDREAS, einem jungen spastischen Niederösterreicher im Parlament malte. Unter dem Motto "Colors in Parliament" bot das Institut Keil, das sich mit grossem Erfolg auf die ganzheitliche Therapie spastischer und mehrfach behinderter Kinder spezialisiert hat, Politikern die Gelegenheit, mit jungen Spastikern zu malen. Zahlreiche Abgeordnete aller Fraktionen nahmen gerne die Einladung an, mit ihren rollstuhlfahrenden Besuchern farbenfrohe Malereien und Ölkreidezeichnungen herzustellen, wobei die Darstellungen von Sommerträumen über phantastische Landschaften bis hin zu Sportmotiven reichten. Malend entdeckten etwa Abgeordneter Dr. KIER und sein junger Partner IVICA ihre gemeinsame Begeisterung für den Fussball und entschlossen sich spontan, dem ORF ein fachkundiges Interview über dieses Thema zu geben.
Damit war praktisch erwiesen, was Institutsleiterin Helga KEIL einleitend in der Theorie ausgeführt hatte. Die Malerei, aber auch Musik und Sport haben in der Therapie spastischer Kinder zentrale Bedeutung. Malen weckt die Fantasie, verbessert die Motorik und ermöglichts es auch schwer behinderten Kindern, ihre Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Darüber hinaus biete das gemeinsame Malen auch eine gute Gelegenheit, die Distanz abzubauen, die das Verständnis zwischen Behinderten und nicht behinderten Menschen oft erschwert.
Helga Keil informierte weiters über ihre Arbeit in Kindertagesgruppen, den Einsatz der Montessori-Pädagogik und die schulische Integration ihrer Schützlinge. Abschliessend dankte sie für die Gelegenheit, ihr nunmehr seit dreissig Jahren bestehendes Institut in der Öffentlichkeit des Parlaments vorzustellen und wies dabei auch auf die grosse Bedeutung hin, die den Sponsoren und Spendern bei der Finanzierung des Instituts zukommt.
Die von Präsident Fischer und den Abgeordneten Rauch-Kallat, Guggenberger, Motter, Kier, Schmidt, Schwemlein und Partik-Pable in Zusammenarbeit mit den jungen Künstlern des Instituts Keil geschaffenen Werke bleiben bis 2. Mai im Lokal VIII des Parlaments ausgestellt.
Auskünfte über das Institut KEIL gibt dessen Pressesprecherin Anne Sinlaine unter der Wiener Nummer 408 81 22/27. (Schluss)