Parlamentskorrespondenz Nr. 456 vom 25.06.1998

LITHOGRAPHIE "SONNENKINDER" VON ATTERSEE IM PARLAMENT PRÄSENTIERT

Wien (PK) - Am Vorabend des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch wurde heute auf Einladung von Nationalratspräsident Heinz Fischer, Familienminister Martin Bartenstein und dem Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz eine Lithographie von Christian Ludwig Attersee im Parlament präsentiert. Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf der Lithographie sollen einem Verein für Dorgensuchtprävention zugute kommen.

Nationalratspräsident Fischer betonte in seiner Begrüssungsrede, man wolle mit der heutigen Veranstaltung einen wichtigen und nützlichen Beitrag zur Prävention von Drogensucht und Gewalt leisten. Er werde sich bemühen, Reklame zu machen, damit möglichst viele mit dem Erwerb der "schönen Arbeit" von Christian Ludwig Attersee zur Unterstützung des Vereins Risiko beitragen. Fischer verlas einen Brief der Frau von UNO-Generalsekretär Kofi Annan, in dem diese ihre moralische Unterstützung für die Veranstaltung bekundete.

Galle Day, der in Vertretung des UN-Generaldirektors für Suchtprävention Pino Arlacchi ins Parlament gekommen war, zeigte sich überzeugt, dass eine Initiative wie die heutige einen sehr wertvollen Beitrag zur Drogensuchtprävention darstelle. Er wies auf das wichtige Zusammentreffen zwischen Schülern, Politikern, Lokalvertretern, Künstlern und anderen Personen hin und betonte, "wir brauchen die Hilfe eines jeden".

Stadtschulratspräsident Scholz sagte, Drogen und Gewalt enstünden beide nicht im Bildungswesen, es seien vielmehr Probleme, die von aussen in die Schule hineinschwappten. Gewalt gegen Kinder sei in dieser Gesellschaft viel zu selbstverständlich, beklagte er. Seiner Ansicht nach gibt es kein Patentrezept gegen Drogen und gegen Gewalt, die Schule könne aber versuchen, das "kleine Glück" zu vermitteln.

Karl Bohrn, Präsident des Vereins Risiko, erklärte, mit dem Verkaufserlös der Lithographie solle im Herbst eine Stelle aufgebaut werden, die es möglich mache, in konkreten Problemsituationen ad hoc zu intervenieren. Schwerpunkt der bisherigen Arbeit des Vereins war die Realisierung von Projekten an Schulen mit dem Ziel der Prävention von jugendlichem Risikoverhalten wie Drogenmissbrauch und Gewalt. "Risiko" bemüht sich insbesondere, gefährdete Jugendliche über geschulte Gleichaltrige (Peers) zu erreichen. In einer szenischen Darstellung zeigten Vertreter des Gymnasiums Alt Erlaa, wie an ihrer Schule Schüler, Eltern und Lehrer mit der Hilfe von Psychologen gemeinsame Aktivitäten zur Vorbeugung von Gewalt und Drogenmissbrauch entwickelten.

Untermalt wurde die von Herbert Slavik (Ö1) moderierte Veranstaltung durch Tanzeinlagen einer vierköpfigen chilenischen Gruppe.

Die von Attersee unter Verzicht auf jedes Honorar geschaffene Lithographie "Sonnenkinder" hat eine limitierte Auflage von 100 Stück und kann gegen einen Spendenbeitrag von 9.900 S zugunsten des Vereins Risiko (Pfadenhauergasse 20/1, 1140 Wien) erworben werden. Das Original ist nicht mehr zu haben. Es wanderte während der heutigen Veranstaltung gegen eine Spende von 90.000 S zur CA und wurde vom Pressesprecher der Bank entgegengenommen. Zusagen für den Erwerb einer Lithographie gibt es bereits vom SPÖ-Klub, vom ÖVP-Klub, vom Umweltministerium, vom Gesundheitsministerium, von der Notariatskammer, von der Parlamentsdirektion und von der Postsparkasse. (Schluss)