Parlamentskorrespondenz Nr. 529 vom 13.07.1998
PRÄSIDENT DER ALGERISCHEN NATIONALVERSAMMLUNG IM HOHEN HAUS
Wien (PK) - Nationalratspräsident Dr. Heinz FISCHER empfing heute nachmittags den Präsidenten der Algerischen Nationalversammlung, Abdelkader BENSALAH, zu einer Unterredung, an der auch der Zweite Präsident des Nationalrates, Dr. Heinrich NEISSER, der Dritte Präsident des Nationalrates, Dr. Willi BRAUNEDER, sowie EP-Abgeordneter Dr. SWOBODA teilnahmen. Anschliessend stellten sich die Präsidenten der Presse.
Fischer begrüsste das Zustandekommen dieses Besuches ausdrücklich und betonte die guten Beziehungen zu Algerien, die weiterzuentwickeln man bestrebt sei. Österreich habe grosses Interesse an stabilen Verhältnissen in Algerien und hoffe, dass dieser nützliche und wichtige Besuch zur weiteren Vertiefung der bilateralen Beziehungen beitragen werde.
Bensalah erklärte, er sei aufrichtig bemüht, weitere Brücken der Freundschaft zu Österreich aufzurichten. Weiters wies er darauf hin, dass in Algerien alle Elemente einer demokratischen Gesellschaft vorhanden seien, und das Land die schwierigen Zeiten schon hinter sich habe. Terrorismus, so Bensalah auf eine Journalistenfrage, lasse sich leider gut verkaufen, weshalb in den Medien oft stark übertriebene Berichte zu lesen gewesen seien, welche die wahre Lage in Algerien in einen Nebel getaucht hätten. Er habe diese Reise nicht zuletzt deshalb angetreten, um den Freunden seines Landes ein wirkliches Bild von der Situation zu vermitteln.
Auf eine Frage Fischers, ob Algerien sich vorstellen könne, dass sich Menschenrechtsorganisationen oder etwa die UN-Menschenrechtsbeauftragte vor Ort einen Überblick verschafften, verwies Bensalah darauf, dass Algerien zu diesem Zweck selbst immer wieder namhafte Persönlichkeiten eingeladen habe. Schliesslich berichtete der Präsident auch über die Entwicklung der demokratischen Institutionen in seinem Land.
Bensalah weilt noch bis Mittwoch in Österreich und wird im Rahmen seines Besuches mit Mitgliedern des Aussenpolitischen und des Wirtschaftsausschusses des Nationalrates sowie mit dem Präsidium des Bundesrates zusammentreffen. (Schluss)