Parlamentskorrespondenz Nr. 665 vom 20.10.1998

KUNSTSTUDENTEN ENTWERFEN TEPPICH FÜR DAS SPRECHZIMMER DES PARLAMENTS

Wien (PK) ‑ Das Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstrasse ist nicht nur ein Ort hitziger Debatten, wichtiger politischer Entscheidungen und bedeutender internationaler Begegnungen, sondern auch ein architektonisches Gesamtkunstwerk, dessen räumliche Gestaltung und künstlerische Ausstattung Jahr für Jahr zehntausende Besucher aus dem In‑ und Ausland anzieht. Bei Veränderungen, die das Erscheinungsbild des Prachtbaus am Ring betreffen, geht die Parlamentsverwaltung daher stets mit grosser Sorgfalt vor. Jüngstes Beispiel dafür ist die notwendig gewordene Anschaffung eines neuen Teppichs für das repräsentative Abgeordnetensprechzimmer neben der Säulenhalle, in dem Nationalratsabgeordnete und Bürger an Sitzungstagen zum Informationsaustausch zusammenkommen. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Wiener Teppich‑Unternehmen Adil Besim wurde ein künstlerischer Wettbewerb für die Gestaltung des Teppichs ausgeschrieben und Professorin Mag. art. Barbara PUTZ‑PLECKO von der Hochschule für angewandte Kunst für die Vorbereitung der Ausschreibung gewonnen. Insgesamt 23 Gestaltungsvorschläge von Studenten der Hochschule lagen der aus einschlägigen Fachleuten und Vertretern der Parlamentsdirektion gebildeten Jury Anfang September zur Entscheidung vor. Heute präsentierten Nationalratspräsident Dr. Heinz FISCHER und Fritz LANGAUER als Vertreter der Firma Adil Besim die erstgereihten vier Konzepte und überreichten den Studenten Preise in der Höhe zwischen 30.000 S und 5.000 S.

Der erste Preis ging an Claudia WENZEL, deren in hellen Farben gehaltener Entwurf mit Mäanderborte sowie Kreis‑ und Rechteckmustern mit den Ornamenten der Kassettendecke des Raumes korrespondiert. Als weitere Preisträger wurden Monika GROSS, Hanna KOHLER und Hartwig WALCHER ausgezeichnet.

Fritz LANGAUER von der Firma Adil Besim, die die Preise stiftete und für die Lieferung des Teppichs zuständig ist, führte aus, dass der Wollteppich, der rund 100.000 Knoten pro Quadratmeter aufweisen wird, nach dem Entwurf von Claudia Wenzel in Nepal händisch hergestellt wird. Der enormen Grösse des Raumes wegen wird er aus vier, jeweils 830 cm mal 350 cm messenden Teilen bestehen. Langauer rechnet mit einer Produktionsdauer von sieben bis acht Monaten. (Schluss)