Parlamentskorrespondenz Nr. 189 vom 20.04.1999
SPORTBERICHT 1997
Wien (PK) - Rückblickend auf das Sportjahr 1997 kann Österreich eine erfolgreiche Bilanz ziehen, stellt Staatssekreär Dr. WITTMANN im Vorwort des Sportberichts 1997 fest. Österreichs Sportlerinnen und Sportler haben in diesem Jahr ausgezeichnete Ergebnisse bei Welt- und Europameisterschaften oder anderen hochkarätigen internationalen Veranstaltungen erzielt.
Der Förderung des Spitzensportes müsse deshalb angesichts seiner internationalen Wirkung für Österreich, aber auch vor allem wegen seiner Vorbildfunktion für die Jugend grösste Aufmerksamkeit geschenkt werden, heisst es im Bericht. Ziel ist es dabei, vom Giesskannensystem abzugehen und vielmehr das Prinzip einer effektiven und erfolgsorientierten Spitzensportförderung zu verfolgen. Auch ein entsprechendes sportwissenschaftliches Controlling der geförderten Projekte soll zu einer Strukturverbesserung in diesem Bereich beitragen. Dieses System der erfolgsorientierten Spitzensportförderung wurde 1997 bereits bei den Sommersportprojekten für die Olympischen Spiele in Sydney 2000 angewandt. In einer nächsten Phase werden Wintersportprojekte für die Spiele von Salt Lake City im Jahr 2002 in den Genuss der Förderung kommen.
BESORGNIS ÜBER TURNSTUNDENKÜRZUNGEN IM RAHMEN DER SCHULAUTONOMIE
Breiten Raum nimmt das Thema Schulsport und Leibeserziehung ein. Die Schulautonomie bietet dabei grundsätzlich die Möglichkeit, im Rahmen der autonomen Lehrplanbestimmungen über das Ausmass des Pflichtgegenstandes hinaus mehr Zeit für Bewegung oder sogar einen eigenen Gegenstand zur Gesundheitsförderung vorzusehen. Die Entscheidung über Vermehrung oder Reduktion des verbindlichen oder unverbindlichen Bewegungsangebotes liegt also bei der Schulpartnerschaft. Kritisch weist der Bericht auf den Umstand hin, dass in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen eine Reduktion der Unterrichtszeit im Rahmen der Autonomie auf eine Wochenstunde oder sogar der Entfall des Pflichtgegenstandes Leibesübungen für ganze Schulstufen beobachtet werden kann, wobei dieser Trend von Schülern und Eltern mitgetragen wird. Die Verfasser des Berichtes sprechen von besorgniserregender "Kurzsichtigkeit" an den Schulstandorten und treten dafür ein, Leibesübungen an den BHS grundsätzlich mit mindestens zwei Unterrichtsstunden pro Woche zu verankern.
Zur qualitativen Verbesserung der Leibeserziehung an den Schulen sollte zudem eine Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahlen im Turnunterricht verhindert werden. Der Bericht plädiert in diesem Zusammenhang vielmehr für die Normierung einer Teilungsgrenze von 75 % der Klassenschülerhöchstzahl für Leibesübungen. Weitere Anliegen der Verfasser sind die Einführung eines "Stützlehrersystems" für den Turnunterricht an den Volksschulen sowie eine Verbesserung der sportärztlichen Betreuung in Schulen mit besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung. An den Hauptschulen wiederum sollten nach Meinung der Verfasser nur noch für Leibeserziehung geprüfte Lehrkräfte eingesetzt werden (III-173 d.B.) (Schluss)