Parlamentskorrespondenz Nr. 205 vom 13.04.2000
PRÄSIDENT FISCHER EMPFÄNGT TADSCHIKISCHEN STAATSPRÄSIDENTEN
Wien (PK) - Nationalratspräsident Dr. Heinz FISCHER hat heute den Staatspräsidenten der Republik Tadschikistan, Emomali Schapirowitsch RACHMONOW, im Parlament zu einem Gedankenaustausch empfangen. Fischer betonte bei dem Gespräch, dass Zentralasien während des österreichischen OSZE-Vorsitzes eine der österreichischen Prioritäten sei. Seitens des österreichischen Nationalrats ist für November des laufenden Jahres in Zusammenarbeit mit der Parlamentarischen Versammlung der OSZE ein Seminar für Parlamentarier und Experten aus zentralasiatischen Staaten über Gesetzgebungsfragen in Aussicht genommen.
Bei dem Gespräch kam die Situation in der Region einschließlich Afghanistans zur Sprache, wobei Staatspräsident Rachmonow die aus der strategischen Lage seines Landes resultierende wichtige politische Rolle sowie die Bedeutung des laufenden Versöhnungs- und Demokratisierungsprozesses hervorhob.
Präsident Dr. Fischer begrüßte die kürzlich in Tadschikistan abgehaltenen Parlamentswahlen als "wichtigen Schritt auf dem Weg zur weiteren Demokratisierung und Aussöhnung des Landes". Es sei wichtig, dass Tadschikistan den Wahlprozess in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft weiterführe und so die demokratische Entwicklung stärke. Staatspräsident Rachmonow lud Nationalratspräsident Dr. Fischer zu einem Besuch in Tadschikistan in der 2. Jahreshälfte ein und bekräftigte Interesse an einer Weiterentwicklung der parlamentarischen Beziehungen.
Staatspräsident Rachmonows Programm in Österreich umfasst u.a. Gespräche mit Bundespräsident Dr. KLESTIL und mit Außenministerin Dr. FERRERO-WALDNER. Am Freitag wird Rachmonow beim 10. UN-Kongress über Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege im Vienna International Centre sprechen. Einen Schwerpunkt des Kongresses bildet die Umsetzung der in Verhandlung stehenden Konvention gegen organisiertes, grenzüberschreitendes Verbrechen.
Der Handel Österreichs mit Tadschikistan ist wenig entwickelt: Im Vorjahr standen Importen aus dem zentralasiatischen Land im Wert von rund 23,5 Mio. S Exporte nach Tadschikistan im Wert von knapp 2,6 Mio. S gegenüber. Noch aus den Zeiten der Sowjetunion stammt eine Freundschaft zwischen Tadschikistan und Kärnten sowie zwischen der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe und Klagenfurt. In der Kärntner Landeshauptstadt steht das einzige tadschikische Teehaus Europas, in Duschanbe das einzige österreichische Restaurant Zentralasiens. (Schluss)