Parlamentskorrespondenz Nr. 177 vom 13.03.2002

BESUCH DES SYRISCHEN AUSSENMINISTERS FAROUK AL SHARAA

Wien (PK) - Der syrische Außenminister Farouk Al Shara'a, der sich derzeit offiziell in Österreich aufhält, wurde heute von Nationalratspräsident Heinz Fischer im Parlament empfangen. Im Mittelpunkt des rund einstündigen Gesprächs Fischers mit Al Shara'a stand die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten und dabei insbesondere die gestern auf Antrag der USA verabschiedete UN-Resolution Nr. 1379 zur Lage im Nahen Osten. Syrien habe sich der Stimme enthalten, weil ihm der Resolutionsentwurf einerseits zu wenig umfassend, andererseits zu wenig tiefgreifend sei, wobei der syrische Außenminister konkret darauf hinwies, dass die Entschließung keine Lösungen für die Fragen Jerusalem, Flüchtlinge und Wasserressourcen enthalte. Demgegenüber bringe der von der gesamten arabischen Welt unterstützte saudiarabische Vorschlag Neues, nämlich die Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten, wenn sich Israel aus den besetzten Gebieten zurückziehe.

In seinen generellen Ausführungen über die Nahostproblematik warnte Minister Al Shara'a davor, von "bösen" und "guten" Menschen zu sprechen, lehre doch die Lebenserfahrung, dass jeder Mensch sowohl  Gutes als auch Böses in sich trage. Eine Militäraktion gegen den Irak würde die Situation jedenfalls wesentlich verschlechtern, sagte der syrische Außenminister, ein Angriff würde destabilisierend wirken und Leid über viele Menschen bringen.

Die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Syrien wurde von Nationalratspräsident Fischer und Außenminister Al Shara'a übereinstimmend positiv bewertet und von beiden Seiten der Wunsch nach Fortsetzung und Erweiterung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Länder ausgesprochen. (Schluss)