Parlamentskorrespondenz Nr. 341 vom 19.05.2003
LIGURIEN - EINE REGION STELLT SICH VOR
Wien (PK) - Das Parlament öffnete heute seine Tore für eine Präsentation der italienischen Region Ligurien, zu welcher der Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn Regionspräsidenten Sandro Biasotti an der Spitze einer Delegation aus Vertretern von Politik und Wirtschaft eingeladen hatte.
Thomas Prinzhorn unterstrich in seinen Begrüßungsworten die Bedeutung der Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Italien und wies auf die Rolle der Klein- und Mittelbetriebe hin, die den Tourismus in Italien prägen.
Sandro Biasotti stellte Ligurien vor allem als Handels- und Tourismusregion vor. Von den 12 Millionen Gästen, die jährlich seine Region besuchen, kommt ein Drittel aus dem Ausland. Österreich nimmt dabei den siebten Rang ein, betonte er. Biasotti erinnerte ferner auch daran, dass nach Graz im nächsten Jahr Genua Europäische Kulturhauptstadt sein wird.
Bundesrätin Ulrike Haunschmid (F), die Initiatorin der Veranstaltung, sah in der Bedeutung des Fremdenverkehrs eine der Gemeinsamkeiten zwischen Österreich und Ligurien. Die heutige Präsentation verstand sie als Anstoß zu einer stärkeren Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Tourismus - nach dem Motto "Olivenöl trifft Kernöl".
Für den Nachmittag sind Arbeitskreise geplant, in denen die Themen Tourismus und Wirtschaft behandelt werden sollen. Um 18 Uhr schließlich findet in der Säulenhalle des Hohen Hauses eine Präsentation der Region Ligurien mit der Gelegenheit, ligurische Spezialitäten zu verkosten, statt.
Ligurien ist eine vorwiegend gebirgige Gegend, reichen doch Alpen und Apenninen bis ans Mittelmeer. Die Bewohner der Region haben sich dieses geographische Spezifikum frühzeitig zunutze gemacht und die Hügel terrassiert, um auf ihnen Wein, Blumen und Ölbäume zu pflanzen. Für diese Produkte ist Ligurien auch heute noch berühmt.
So kennt man San Remo nicht nur als mondänen Badeort, sondern auch als Zentrum vielfältiger Blumenpracht. Die Öle aus Imperia sind ebenso ein Exportschlager wie die Weine der Cinque Terre. Daneben zeichnet sich Ligurien durch Badeorte wie Portofino, Hafenstädte wie La Spezia und Kulturmetropolen wie Genua aus, wobei letztere nicht nur die nächstjährige europäische Kulturhauptstadt sein wird, sondern sich auch der größten Altstadt Europas rühmen kann, deren typische "Caruggi", enge Gassen, auch heute noch ihr charakteristisches Flair verbreiten.
Mit 1,56 Millionen Einwohnern stellt Ligurien zwar nur 2,8 Prozent der Bevölkerung Italiens (und das auf 1,8 Prozent des italienischen Staatsgebietes), doch beträgt der Anteil Liguriens am italienischen BIP 3,3 Prozent. Ökonomisch spielen Dienstleistungen, Industrie und das Handelswesen die größte Rolle. Dabei ist die hohe Konzentration von Kleinbetrieben (bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten) eine der Besonderheiten des ligurischen Wirtschaftslebens. (Schluss)